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My Year 2011 In The Realm Of Shades by Klangverhältnisse on Mixcloud

Nach “Doom, Sludge, Hardcore & Noise” sowie “Indie(rock) & Psychperiment” bildet der heutige “Ambient, Drone & Abstract”-Mix den Abschluss der Klangverhältnisse-Jahresrückblick-Trilogie 2010. Ich freu mich auf ein klangvolles 2011!
Nach dem “Doom, Sludge, Hardcore & Noise”-Mix liefert nun das Segment “Indie(rock) & Psychperiment” die Fortzsetzung des klingenden Jahresrückblicks. Genremäßig etwas unklar umrissen, aber in sich wunderbar konsistent. Überzeugt euch selbst. Der dritte und abschließende Teil “Ambient, Drone & Abstract” kommt dann Ende der Woche. Stay tuned!
Es gibt erneut eine neue Kategorie hier bei Klangverhältnisse: In der “Rough Guide”-Sektion sollen zukünftig kleine Audio-Portraits, überblicksartige Klangreisen über Bands, Label, Regionen, etc. entstehen. Den Anfang dabei machen FUGAZI Nicht zufällig übrigens, denn die Ideeen der Bandmitglieder sind eine ziemlich gute Zusammenfassung dessen, was ich für “independent music” halte und stellen damit einen guten Ausgangs- bzw. Orientierungspunkt für kommende Exkursionen dar.
FUGAZI gelten zurecht aufgrund ihrer moralisch-ethischen und ästhetischen Konsequenz als Faszinosum. Mit einem analytischen Blick auf moderne Gesellschaften und das eigene Umfeld in DC, sowie einer persönlichen Unzufriedenheit mit diesen ausgestattet, wetterten Ian MacKaye (git,voc), Guy Picciotto (git,voc), Joe Lally (bs) und Brendan Canty (dr) schon Ende der 1980er Jahre gegen Missstände, die bis heute weder hier, noch dort überwunden zu sein scheinen. Die Musik von FUGAZI ist vor Allem auch Dokument einer bedingungslosen Verweigerungshaltung gegenüber kulturwirtschaftlichen Mechanismen, eines Streben nach Selbständig-/Unabhängigkeit und eines Drangs Probleme zu thematisieren, Ungerechtigkeiten anzuklagen und sich persönlich/menschlich weiter zu entwickeln. Die musikalischen und ethischen Ansätze wurden von den Vorgängerbands (u.a.) MINOR THREAT (MacKaye) und RITES OF SPRING (Picciotto) aufgegriffen und weiter geführt, die vermeintliche Schublade “Hardcore/Punk” beständig in mancherlei Hinsicht immer wieder gebrochen und umdefiniert. FUGAZI klingen avantgardesque, ohne arty-farty zu sein, fühlen sich sperrig an, ohne Groove vermissen zu lassen, sind Hardcore, ohne sich dessen musikalisches Korsett umzuschnallen. Es ist die bis heute nachwirkende Vehemenz des Ausdrucks, der FUGAZI zu einer der wichtigsten Erscheinungen der Independent Musik werden ließ.
Zwischen 1988 und 2001 veröffentlichte die DC-Band auf MayKayes eigenem Dischord-Label sechs Alben, zwei EPs, zwei 7″es, sowie Soundtrack zu einem Dokumentarfilm über FUGAZI. Seit 2001 gibt es keine Bandaktivitäten: “indefinite hiatus”. Die Playlist des Rough Guide Vol.1 orientiert sich zwar grob an der Chronologie der FUGAZI-Releases, ist zugunsten einer besseren Hörbarkeit jedoch nicht streng an diese gebunden. Enjoy!