
Kratzige Drones schaben wie eiskalte Finger über Synthetik-Beats und psychedelische Loops. Die Rhythmik huscht gespenstisch durch das Dunkel, in welchem geisterhafte Stimmen locken, rufen, klagen. — ∆AIMON bewegen sich mit ihrer Düster-Ästhetik unverkennbar im Rahmen dessen, was seit Anfang 2010 als Witch House (aka Drag, aka Ghost Drone – vgl. De:Bug, taz, Die Zeit) durch die verdunkelten Nischen der digitalen Anderswelt namens Internet schweift.
Auf “Amen”, dem jüngst veröffentlichten Debüt der kalifornische Formation, werden synthetische Lo-Fi-Drum-Sounds, noisige Ambienzen, Synth-Pop-Melodien, nebulöse Hall-Attacken, gespenstische Samples und stark manipulierte Gesangslinien zu einem obskuren Klanggemisch zwischen New Wave, Industrial, Drone und Dubstep verbunden und mit okkulten sowie erotischen Bildern zu einer kratzigen und düsteren, rätselhaften und unbequemen Gesamtästhetik verbunden.
Anders als beim Großteil der im Kontext von Witch House entstehenden Produktionen, die sich gern in der Überstrapazierung von magischen Formeln oder allerlei okkulter Esoterik verlieren und aus blind-taubem Image-Reproduktionsbestreben nur nichtssagende Klanghülsen hervorbringen, mündet bei ∆AIMON das ironische Spiel mit okkulten Bildern eben nicht in Albernheit, erschöpft sich klangliche Adaption nicht in der bloßen Rekontextualiesierung von vorher Dagewesenem, sondern entsteht aus der geschickten Verknüpfung von Existentem etwas ganz Eigenes.
“Amen” ist als CD-R beim kalifornischen Tundra Dubs-Label erschienen. Eine europäische Veröffetnlichung steht in den Startlöchern; Updates dazu folgen demnächst!

























