

Die warscheinlich einzige Platte, die ich immer, in jeder erdenklichen Situation, zu jeder Tages- oder Nachtzeit hören kann ist “Emergency Numbers” von MAJORITY RULE. Sie baut mich auf, wenn ich durchhänge, sie macht enorm Spaß, wenn ich gute Laune hab, sie motiviert mich als klanglicher Tritt in den Hintern, wenn ich zu arbeiten hab und sie fasziniert mit Tiefgang und Unabnutzbarkeit, wenn ich nach einem gewöhnlichen Tag voller akustischer Umweltverschmutzung einfach mal qualitativ wertvollen Input brauche.
Kevin Lamiell (voc, bs), Matt Michel (voc, git) und Pat Broderick (dr) ist es im Laufe ihrer gemeinsamen Bandaktivität gelungen Intensität, Innovation, Variation so zu verbinden, dass sich als Resultat ein distinktiver MAJORITY RULE Sound ergab. All das, was dabei zuvor schon auf diversen Kleinformaten und dem Debüt-Album “Interview With David Frost” faszinierte, fand in “Emergency Numbers” letztendlich seine Vollendeung. Das Album ist vollgepackt mit gänsehauterzeugenden Dynamiken, schwindelerregenden Tempovariationen und packenden Rhythmuswechseln. Auch im reichlich vorhandenen, straight durchgezogenen Hardcore-Geballer passiert musikalisch eine Menge. Intensität und Leidenschaft, Parameter die bei Musikaufnahmen im Vergleich zum Konzerterlebnis oftmals völlig unadäquat eingefangen werden, sind dabei die große Stärke der sechs Songs. Es ist immer wieder beeindrucken, wie ein Trio einen dermaßen dichtes und druckvolles Soundgebilde erschaffen kann. MAJORITY RULE haben den Mut und den musikalischen Verstand bewiesen, überraschendes zu tun, um so innerhalb einer bestimmten musikalischen Form außergewöhnliches entstehen zu lassen.
“Emergency Numbers” ist nun beinahe eine Dekade alt und zeigt auch nach dem tausendsten Hördurchgang absolut keine Abnutzungserscheinungen, offenbart nach wie vor enormen Tiefgang und klingt ausgesprochen frisch. Eine Einschätzung, die ich übrigens mit Brent Eyestone von Magic Bullet teile, der im August 2009 im Zuge der Wiederveröffentlichung der beiden MAJORITY RULE Alben feststellte:
What’s most amazing to me in the present day is how well both of these albums held up. Repressing them doesn’t feel at all like a novelty or nostalgic kitsch in the slightest. I still get goosebumps. I still believe in what’s going on from the point the needle touches down all the way until it picks back up.
Das Trio aus Washington, DC ist für mich der Inbegriff von modernen DIY Hardcore, die Messlatte, an der sich das Genre im 21. Jahrhundert messen muß. Das exzellent produizierte zweite Album “Emergency Numbers” stellt dabei ebenso die Klimax, wie auch das Finale in der Bandgeschichte dar. Essentieller Stoff!
Majority Rule – A Prescription (“Emergency Numbers”: Magic Bullet, 2002)
Majority Rule – American Feature (“Emergency Numbers”: Magic Bullet, 2002)










“Namasté” (



Also hauptsächlich geht es mir hier ja um SELFMINDEAD. Die hatten ja damals schon mit “At the barricades we fall” (


















