Grails | Doomsdayer’s Holiday
Temporary Residence / CD|LP: TRR144 / Okt 2008
Wahnsinns Scheibe!!! www.grailsongs.com
Furioser, experimenteller, noisiger Hardcore, der von schrägen Hooks, über wahnsinnige Stimmbeiträge und abgefahrenen Klangtexturen, bis hin zu tatsächlich melodisch-harmonischen Passagen alles zu bieten hat. Die Stücke des italienische Trios DEAD ELEPHANT basieren zum größten Teil auf wahnwitzigen Distortion-Orgien, atonalem Krach und in Form von Feedback um Gnade winselnden Amps. Dazu gesellen sich immer wieder post-apokalyptisch wirkende Ambient-Passagen, Psychedelic- und Doom-Versatzstücke sowie elektronische Klangkaskaden. Den Jungs gelingt es dabei auf vorzüglicher Art ihre Eigenwilligkeit mit eingängigen Strukturen zu kombinieren, so dass “Lowest Shared Descent” bei aller Schrägheit nie in Gefahr gerät in die Unhörbarkeits-Ecke abzudriften. Dazu passend das düstere, schlichte Artwork der edlen CD-Verpackung. Außerdem gibt es zwei interessante Gastbeiträge: dem Song “The Same Breath” leiht Eugene Robinson (OXBOW) seine Stimme und in “Post Crucifixion” ist eine abgedrehte Sax-Partie von Luca Mai (ZU) zu hören. Das Album ist in jeder Hinsicht unwahrscheinlich vielschichtig und umfangreich, dabei aber komplett in sich stimmig! Hörer mit starken Nerven, die offen sind, sich auf nicht Alltägliches einzulassen, werden in “Lowest Shared Descent” ein wirklich atemberaubendes Werk entdecken können. Das Album fesselt und wächst mit jedem Hördurchgang. [OX#77]
Robotradio / CD: RRR06 / Januar 2008
www.robotradiorecords.com | www.deadelephantband.com
Update (15.Mai 2008): “Lowest Shered Descent” gibts jetzt auch als Vinyl-Version: Very Limited high-quality 180gr (250 in violet wax and 250 in black wax). Coproduced among: Cynic Lab Records, Tumorati di Dio Records, Noise Cult Records, Holidays Records and Gaffer Records.

Eine ganze Armada ziemlich guter, progressiver Doom/Ambient- Experimental-Bands gibt es derzeit aus Italien. Neben den saucoolen Neapolitanern ONE STARVING DAY wissen mich vor Allem VANESSA VAN BASTEN aus Genua zu begeistern (beide übrigens mit Vinyl-Releases auf KNVBI Records). Beide Bands verstehen es vorzüglich ausgefeilte Soundlandschaften zu kreieren und Langsamkeit in eine intensive Hörerfahrung zu transformieren. Aber auch Combos wie THE DROP MACHINE, DYSKINESIA, AT THE SOUNDDAWN und THREE STEPS TO THE OCEAN können mit enormer Qualität auf diesem Gebiet überzeugen.
Ein leckeres, experimentelles Postrock/Shoegaze-Häppchen gibts auch von AUTOKINOTON aus Denver, Colorado. Leider gibts von denen derzeit kein zu erwerbendes Release; ein solches befindet sich aber in Arbeit. Großartige Promo-/Demo-Songs könnt ihr euch derweil auf myspace.com/autokinoton anhören; ansonsten haben die auch ‘ne schmucke Website! In die gleiche Kerbe schlagen NORTH aus Tucson/Phoenix, Arizona. Auf dem aktuelle Album “Ruins” (Valsè! Records, 2007) gibt es schönnen, verträumten, RED SPAROWES-like Postrock.
Coolen Country/Blues/Whatever machen die aus Island kommenden ESJA. Die Band ist unsigned und soweit ich das erkennen konnte sind da Jungs von MINUS am Start. Schicke Demo-Aufnahmen könnt ihr euch unter via myspace reinziehen!




Mit “Is.Land” von TIME TO BURN haben uns Radar Swarm in diesem Frühling ja bereits ein absolutes Highlight beschert. Doch damit nicht genug: hier kommt die nächste hervorragende Veröffentlichung des französischen Labels – und meine Begeisterung für das, was da derzeit in dieser Richtung im frankophonen Europa passiert erhält neue Nahrung. CALDERA aus Nancy und Paris verknüpfen Prog- und Doom-Metal-Elemente mit Sludge moderner Prägung, bedienen sich aber auch gern mal ungeniert im Stoner- und Post-Rock-Lager. Die Franzosen kreieren daraus eine relativ eigene, rein instrumentale Musik, die zwar mit der selben düsteren Grundstimmung ausgestattet ist, die auch die Labelkollegen OMEGA MASSIF oder YEAR OF NO LIGHT auszeichnet, aber im Ganzen etwas verspielter und weniger zermürbend daher kommt. “Mist Through Your Consciousness” beherbergt insgesamt acht epische und kraftvolle Stücke, in denen immer ein Hauch von Metal-Chauvinismus steckt, die aber im Endeffekt viel zu filigran und mit viel zu viel sanftmütiger Schwere daher kommen, um irgendwas damit am Hut zu haben. Ein tolles Album, das auch trotz seiner allgegenwärtigen Düsterkeit ungemein erfrischend daher kommt. [





















