
Der Bus bohrt sich durch die erwachende Stadt und stößt mitten rein, in die bunte Welt von Shopping-Mall und Sondermüll. Die Sonne, die gerade zwischen Glasscherben und zerplatzten Träumen auf geht, steht so flach, dass sie mich blendet. Kolonnen von leeren Gesichtern ziehen draußen vorbei. Plastiktüten in den Händen oder kleine, graue Kästchen, in die sie unablässig belanglose Dinge plärren – drahtlose Verbindung zu einer anderen Welt. Auf der Suche nach dem Glück, verloren zwischen spröden Fassaden, zerrissenen Reklamen und anderen Dimension von Kulturbeschiss. Irgendwo dazwischen, dahinter und dabei mittendrin befinden wir uns: Eingeschlossen in einem Raum; ein Käfig voller Narren, ein Fahrzeug voll Leichtigkeit. Alles fließt. In erster Linie zieht alles vorbei. Airwaves geschmacksneutral und Elektrosmog vertreiben den Acidrausch von letzter Nacht. Totaler Absturz, Filmriss, Absolutes Desaster. Kaum ein Moment ist mehr deutlich, irgend bildlich vor Augen zu rekapitulieren. Alle Erinnerungen sind zerrieselt wie feines Pulver; direkt auf den Taschenspiegel und nasal dem Körper zurückoktroyiert. Plötzlich der Startschuss: Endlich wieder unterwegs! Als Affe im Nervenkostüm dem nächsten Sonnenaufgang entgegen. Neue Hoffnung, neues Leid. Scheißegal! Alles was zählt ist das Jetzt und all seine süßen Früchte.
Wir haben mal wieder die Sachen gepackt und die Flucht nach vorn ergriffen. Wurde auch langsam Zeit mal wieder los zu fahren; die Lethargie hält doch keine Sau auf Dauer aus. Weit weg von den Menschen mit denen man liebend gern die Zeit teilen würde und genervt von der blöden Alltags-Monotonie, kannst du irgendwann nicht mal mehr schlafen. Du bist hundemüde, kriegst dennoch kein Auge zu. Also Schuhe an und raus; in der Entfremdung baden, tanzen in der Anonymität. Doch die Scheißstadt schläft bald. Also ab zum Kiosk, eine Pulle Schluck gekauft. Am nächsten Tag: Hirnkrampf. Gequält von friedvoller Ruhe, die ängstigt, statt zu beruhigen und leisem Murren, dass aufschreckt, statt zu befreien, verliert sich der eigene Wille all zu unbemerkt in ihrem Hoffnungsrausch. Also: Flucht nach vorn, denn es muss weiter gehen! Zwei Jahre lang weg gewesen, weg vom Fenster. Jetzt aber wieder da: Back In Business! In diesem Falle bedeutet das, der Tour-Bus wird in den nächsten Wochen unser Heim sein, Weiterlesen






















