Entzerrung: LabelKranky ::Entzerrung

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What’s the full name of your label? Which city is the home of your label? Do you run any sub-labels?
Kranky. Chicago. One of the ten Kranky kommandments is “thou shalt not start sub-labels”.

Why did you choose that name? Which meaning do names of labels have for their work?
It was shorter and snappier than “curmudgeon”. I think after having established any brand name, it’s just an identifier and has no other larger meaning.

When did you start the label? What where initial motivations, what the initial idea?
1993. To release the first Labradford album.

How many people do work for the label?
This is classified information.

What criteria decide about whether you release a record or not?
Only artistic concerns are considered. If something is good enough that we love it no matter what happens after, then we release it. I can’t imagine anything worse than staring at a pile of unsold albums by an artist that you don’t really like but thought you could make some money on. That’s what major labels exist for.

Vinyl, CD or MP3? And why?
Whatever works for the consumer. I don’t care what format someone buys, as long as they are paying something to help the artist continue to create.

Which record from your back-catalog represents the label best, aesthetically, ethically and musically?
Probably our first release, Labradford’s Prazision LP, as it certainly set the tone as well as a very high standard to aspire to with future releases.

www.kranky.net

MusikstreifzugStubborn Tiny Lights vs Clustering Darkness: Godspeed You! Black Emperror und Yanqui U.X.O.

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Einfach weil es ein so großartiges Album ist.

brainwashed.com/godspeed | www.cstrecords.com

Entzerrung: LabelTemporary Residence ::Entzerrung

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What’s the full name of your label? Which city is the home of your label? Do you run any sub-labels?
Temporary Residence Ltd, Brooklyn, New York, USA.

Why did you choose that name? Which meaning do names of labels have for their work?
I moved to many different houses and apartments when I first started the label, so the name seemed appropriate.

When did you start the label? What where initial motivations, what the initial idea?
December 1995. I started it to release my own music, as well as the music of my closest friends and collaborators.

How many people do work for the label?
Three.

What criteria decide about whether you release a record or not?
If I love it and know that I could support with full and true conviction, then I know I would want to release it.

Vinyl, CD or MP3? And why?
They each have strengths and weaknesses. I don’t think there is one perfect format.

Which record from your back-catalog represents the label best, aesthetically, ethically and musically?
“TRR50: Thank You” is a wonderful representation of the label as it is a compilation featuring several of our artists, but our musical aesthetic is extremely diverse and cannot be adequately represented by one release.

Black Heart Procession – Rats (“Six”: Temporary Residence, 2009)
Maserati – Monoliths (“Passages”: Temporary Residence, 2009)
Grails – Reincarnation Blues (“Doomsdayer’s Holiday”: Temp Res, 2008)
Cex – Rattlebin (“Sketchi”: Temporary Residence, 2009)
Young Widows – Old Skin (“Old Wounds”: Temporary Residence, 2008)

www.temporaryresidence.com

TextwerkSunn O))) | Berlin, Berghain, 23.10.2009

sunn_berghain Noch lange bevor die Krachsinfoniker Stephen O’Malley und Greg Anderson gemeinsam mit ihren Live-Mitstreitern die Bühne des zum Kultobjekt gestylten, endzeitig anmutenden Berghain besteigen, startet eine bedrohlich blubbernde Monotondarbietung mönchsartiger Rezitative. Somit wird von vornherein klar, was sowieso allen Anwesenden klar gewesen sein dürfte: Easy Listening gibt es an diesem Abend nicht! Die deshalb etwas überraschende Erkenntnis: die Zuhörerschaft bildet ein angenehm gemischtes Publikum! Ein SUNNO)))-Konzert ist längst keine Freak-Show mehr; jüngste Features in Feuilleton und Breitenmusikblatt haben ihre Spuren hinterlassen. Nach einer halben Stunde, kurz bevor das mantraartige Gemurmel einem final die Nerven raubt, knallt aus dem Dunkel ein infernalisches Feedback. Diese erste Wellenfront läutet – über die atemberaubende Function-One-PA des Techno-Tempels wie zeitgleiche Tritte in Rücken und Magengrube wirkend – die Bühnenversion von „Monoliths & Dimensions“ ein. Derbstes Brummen, Sirren und Beben macht sich im Raum breit. Einige entgeistert überstandene Minuten später erscheint wie aus dem Nichts eine Stimme, dazu aus beharrlich wabernden Nebelsäulen zäh gestikulierende Hände. In gebrochenem Englisch und mannigfaltigen Gesangstechniken malt der kunstgrunzende Ungar Attila Csihar im Folgenden fortwährend düsteren Bilder in die bange Dunkelheit. O’Malley und Anderson zelebrieren in Kutten gegleidet jede Saitenberührung priesterlich. Die Resonanzfrequenzen der Knochen lassen mit jedem Akkord andere Körperregionen erbeben; es vibriert und knackt und summt im ganzen Leib. Es dauert eine ganze Weile, bis sich die intensitätsbedingte Konsterniertheit einer sonderbaren Glückseligkeit weicht. Das Ganze ist nicht mehr akustische, es ist eine körperliche Erfahrung! Außerdem ist es eine perfekte Düster-Inszenierung: viel Nebel und Lichteffekte, Geste und Pose, Mystifizierung und Faszination. Mit all den Noise- und Gruselklischees ist das Ganze aber auch ein wenig kitschig. Dennoch ist die Darbietung fieser, als das meiste Andere je sein könnte, weil hier von typischen Parametern von Musik abgerückt wird, was Haltlosigkeit und Verwirrung begünstigt und somit radikal das praktiziert, was in anderen radikal erscheinenden Musiken nur über Implikationen vorgetäuscht wird. Doch auch bei SUNNO))) dienen diese Dekonstruktionen einfach dem uralten Prinzip der Popkultur: es gilt dem Zuhörer ein unvergessliches Spektakel zu bereiten. In diesem Sinne nehmen die Meister von Drone und Doom die Popkultur mit deren ureigensten Mitteln auseinander, und hinterlassen zumindest ein gepflügtes Feld für einen Neuansatz. Alles vorhergehende muss da im Vergleich zwangsläufig wie ein Trivialitätenkabinett erscheinen. Nach 90 Minuten macht sich dann deutlicher als bei jedem anderen vorher erlebtem Konzert die direkt erfahrene Schallintensität bemerkbar: Man fühlt sich als hätte man just einen Triathlon absolviert und auch noch Tage später befinden sich die Knochen in der Ausschwingphase. Das Versprechen Schallwellen physisch wahrnehmbar zu machen wurde intensiv eingelöst.

TextwerkWe Insist! | The Babel Inside Was Terrible

WeInsist_Babel Selten war Sperriges so zugänglich, Unmelodisches dermaßen eingängig. WE INSIST! scheren sich nicht um musikalische Stile; vielmehr spielen sie, begünstigt durch beeindruckende handwerkliche Fähigkeiten, mit dem Wissen um Stile und deren Wirkungen. Beim Hören von „The Babel Inside Was Terrible“, dem sechsten Studioalbum der immerhin schon seit 14 Jahren existenten Formation, treten allerlei musikalische Assoziationen auf, wovon sich jedoch über die Gesamtspielzeit keine als Konstante manifestiert. Schrullig-jazzige Verschrobenheit, dischordige Sperrigkeit und fummelige Post-HC-Explosivität geben sich einander die Hand und lernen sich lieben. Bleibt mir im Endeffekt nur zu konstatieren, dass hier ein ungemein Vielfältiger Stil-Mix, ja nahezu eine Stil-Synthese vollzogen wurde, die verschiedenste Schräg-Ansätze passig miteinander verknüpft und ein beachtliches Stück avantgarder Popkultur darstellt. (OX#84)

Exile On Mainstream / CD: EOM42 / 1.Juni 2009
www.mainstreamrecords.de | http://www.weinsist.com

TextwerkSunn O))) – Low Frequencies In Stereo

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SUNN0))) lassen dir die Ohren schlackern, mitunter auch die Magenwände flattern – und sie machen sowieso immer alles ganz anders als der Rest. Zur Information über die Veröffentlichung des neuen Mammutwerkes “Monoliths & Dimensions” wurden deshalb dieses mal auch nicht die übliche Promotion-Mühle in Gang gesetzt, sondern die Journalie direkt zur Listening-Session ins Tonstudio geladen. Exklusivität und Privileg vereint im ehemaliges Gebäude des DDR-Rundfunk inmitten der trostlosen Abgeschiedenheit einer Ostberliner Industriebrache. In schönstem Studio-Ambiente sirren einem da dann 50 Minuten lang Feedback-Orgien, Instrument-Experimente, Klangkaskaden und Sprachbeiträge um die Ohren, die eher an Werke Arnold Schönbergs erinnern, als an in ähnliche Metal-Ästhetik verpackte Soundkonstellationen. Am Ende der Session wirft ein Kollege ein süffisantes “Immer derselbe Scheiß” ein. Man könnte ihm sicher beipflichten und es sich gelangweilt in seinem selbstgerechten Gedankenkonstrukt gemütlich machen, doch irgendwie regt sich im Innern Widerstand, denn irgendwie fasziniert die da gerade gehörte Radikalität der Wucht, die Kompromisslosigkeit der Andersartigkeit, die latente Intellektualität, die da ständig als Gegenpol zur Unterhaltungsindustrie langwellig mitschwingt. Derartige Kompositionen sind eigentlich zu sperrig, als dass sie einem gefallen könnten, vielmehr muss man sie zu verstehen versuchen. Da kommen dann Diskussionen um die zwischen U- und E-Musik spaltende Axt und deren Sinngehalt ins Spiel, aber auch der Aspekt des eitlen Moments der Selbstberufung in die elitäre Position des “Verstehers”. Diesen Schritt machen einem die beiden Noisesymphoniker Greg Anderson und Stephen O’Malley mit ihrem neuen Werk auch um einiges einfacher als mit früheren Arbeiten. Die Stücke auf “Monoliths & Dimensions” wirken sortierter, strukturierter, aufgeräumter, einfacher zugänglich denn je. Was die Schöpfer des Werkes dazu zu sagen haben, taten sie mir in einem entspanntem Gespräch im Anschluss an die Session kund.

Zunächst mal muss sich sagen, dass mir die neue Scheibe wirklich gut gefällt! Ich finde sie ist viel wärmer, viel zugänglicher als ältere Sachen von euch. Würdet ihr mir da zu stimmen?
Nun, jeder hat dazu seine eigene Meinung. Wir sind immer interessiert an den Reaktionen der Menschen, aber wir werden das nicht weiter kommentieren. Zum Thema “Wärme unserer Platten”: Das “Black Album” war schon eher kalt irgendwie, wir haben aber vorher auch schon warmes Material produziert. Es ist aber auf jeden Fall nie so, dass wir uns hinsetzen und irgendeine bestimmte Temperatur in die Stücke tragen wollen; das wäre Quatsch. Die unterschiedliche Feelings rühren auch daher, dass wir während der Aufnahmen zum “Black Album” an sehr anderen psychologischen Punkten in unseren Leben waren, als wir es bei diesem Album waren. Auch jetzt sind wir schon wieder in einem ganz anderem Zustand. Diese unterschiedlichen emotionalen Qualitäten schlagen sich halt auch immer auf die Musik nieder.

Wann genau habt ihr das Album aufgenommen?
Die Arbeiten daran begannen im Frühling 2007 und wurden vor etwa einem Monat (Januar, A.d.Verf.) fertiggestellt. Wir haben also Weiterlesen

MusikstreifzugSoundlandschaften made in Italy (und elsewhere…)

autokinoton

Eine ganze Armada ziemlich guter, progressiver Doom/Ambient- Experimental-Bands gibt es derzeit aus Italien. Neben den saucoolen Neapolitanern ONE STARVING DAY wissen mich vor Allem VANESSA VAN BASTEN aus Genua zu begeistern (beide übrigens mit Vinyl-Releases auf KNVBI Records). Beide Bands verstehen es vorzüglich ausgefeilte Soundlandschaften zu kreieren und Langsamkeit in eine intensive Hörerfahrung zu transformieren. Aber auch Combos wie THE DROP MACHINE, DYSKINESIA, AT THE SOUNDDAWN und THREE STEPS TO THE OCEAN können mit enormer Qualität auf diesem Gebiet überzeugen.

Ein leckeres, experimentelles Postrock/Shoegaze-Häppchen gibts auch von AUTOKINOTON aus Denver, Colorado. Leider gibts von denen derzeit kein zu erwerbendes Release; ein solches befindet sich aber in Arbeit. Großartige Promo-/Demo-Songs könnt ihr euch derweil auf myspace.com/autokinoton anhören; ansonsten haben die auch ‘ne schmucke Website! In die gleiche Kerbe schlagen NORTH aus Tucson/Phoenix, Arizona. Auf dem aktuelle Album “Ruins” (Valsè! Records, 2007) gibt es schönnen, verträumten, RED SPAROWES-like Postrock.

Coolen Country/Blues/Whatever machen die aus Island kommenden ESJA. Die Band ist unsigned und soweit ich das erkennen konnte sind da Jungs von MINUS am Start. Schicke Demo-Aufnahmen könnt ihr euch unter via myspace reinziehen!

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