MusikstreifzugGrails: Die Farben Der Dunkelheit

[Grails: Die Farben Der Dunkelheit]

Nur um das hier nochmals zu betonen: Die GRAILS gehören zum Delikatesten, was sich derzeit da draußen durch die Klangwelt bewegt! Mit “Deep Politics” hat das Portland-Quintett 2011 abermals einen stilistischen Haken geschlagen und diverse Erwartungs­haltungen ins Leere laufen lassen. Statt einem Abklatsch des grandiosen “Doomsdayer’s Holiday” hinzulegen, sind sie für die Produktion ihres neuen Albums erneut kreuz und quer durch Raum und Zeit gereist, um mit enorm viel Finesse und Detailreichtum verschiedenste Einflüsse – die Palette reicht von nahöstlicher Musik und 60s-Psych bis 70s-TV-Serien-Melodien und Western-Soundtracks – in ihren psychedelischen Soundmix einzuflechten. Mit grandiosen Streicher-Arrangements von Timb Harris (MASTER MUSICIANS OF BUKKAKE, SECRET CHIEFS 3, ESTRADASPHERE, etc.)! Ungewöhnlich und intensiv!


Grails – I Led Three Lives (Deep Politics: 2011, Temp Res) [mp3]

“Deep Politics” ist im März 2011 bei Temporary Residence erschienen.

MixtapeMy Year 2011 In Fuzz And Haze

[My Year 2011 In Fuzz And Haze]


My Year 2011 In Fuzz And Haze by Klangverhältnisse on Mixcloud

MusikstreifzugGrails: Daughters Of Bilitis

Dem Trailer zu “Deep Politics” folgt nun mit “Daughters Of Bilitis” ein zweiter Videoclip zu einem Song aus dem im März erscheinenden neuen Album der GRAILS. Anhand eines kummervoll und gradlinigem Songs sowie manipuliertem Filmmaterial des französischen Regisseurs Just Jaeckin, erkunden die Psych-Instrumental-Rocker aus Portland darin – in bekannt bizarrer Manier – eine tabuisierte Welt aus Mannequin-Fetisch, Nacktbaden und Mord. Das Album erscheint am 8.März 2011 bei Temporary Residence. Vorbestellungen werden ab sofort entgegen genommen.

MusikstreifzugGrails: Neuer Song “I Led Three Lives”

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Nachdem hier im letzten Monat bereits der Video-Teaser zum kommenden GRAILS-Album “Deep Politics” gezeigt wurde, gibt es jetzt mit “I Led Three Lives” Song Nr. 7 des insgesamt acht Stücke umfassenden Albums zu hören. [via]

Grails – I Led Three Lives (“Deep Politics”: Temporary Residence, 2011)

Der Song erinnert an die verdrehten, dunklen, fast satanischen Gefilde, die das Portland-Quartett für gewöhnlich auf seiner “Black Tar Prophecies”-Reihe auszuloten versucht und schafft damit einen irritierenden Gegenpol zu der im Album-Teaser zu hörenden, soften 70er-Jahre-US-Fernsehserien-Melodie. Offen bleibt somit zunächst einmal in welche Richtung sich die GRAILS mit “Deep Politics” bewegen.

Das Album wird am 8.März 2011 bei Temporary Residence Limited veröffentlicht.

MusikstreifzugSyd Barrett: An Irregular Head

sydbarrett-picture

“I don’t think I’m easy to talk about. I’ve got a very irregular head. And I’m not anything that you think I am anyway.” Dies sagte einst Syd Barrett über sich selbst, der charismatische und wesentliche Mitbegründer der Idee und des Psych-Sounds von PINK FLOYD. Heute wäre er 65. Jahre alt geworden, hätten ihn nicht unglücklicherweise um das Jahr 1970 irgendwelche ausserweltlichen Störungen heimgesucht. Trotz alledem: Happy Birthday, Syd! Ich will jetzt auch gar nicht weiter Worte verlieren, sondern ganz einfach Syds wunderbare Musik sprechen lassen…

Pink Floyd – Interstellar Overdrive [Demo 1965]
Syd Barrett – Baby Lemonade [Peel Session 1970]

Die im Vergleich zu der kommerziellen Schwesterversion wesentlich düstere, albtraumartige Variante von “Interstellar Overdrive” stammt vom Anfang 2010 veröffentlichten Bootleg “Syd Barrett – Psychedelic Freak Out“. Die Version von “Baby Lemonade” ist der 1987 auf dem von John Peel und Clive Selwood gegründetem Strange Fruit Label veröffentlichten LP “The Peel Sessions” entnommen.

MusikstreifzugGrails: Neues Album “Deep Politics”

Die GRAILS aus Portland, Oregon sind ja nicht nur für ihre etwas sonderbare Musik, sondern auch für obskure Visual-Ästhetik bekannt. Der Teaser zum für März 2011 auf Temporary Residence angekündigten, neuen Studioalbum “Deep Politics” wartet – natürlich – auch wieder mit einer Menge Bizarrem auf: Zu einem totraurigen Trompetenlauf wird dort zunächst ein Sarg auf dem Weg in die Tiefe begleitet. Anschließend setzt eine softe 70er-Jahre-US-Fernsehserien-Melodie ein, zu der an den Strand gespühlte Leichen und diverse von Menschenhand verübte Umweltsünden gezeigt werden. Erneut mächtig schräg und etwas irritierend. Es bleibt abzuwarten, wieviel von Sound und Visuellem des Clips dann letztendlich tatsächlich auf der Platte wieder zu finden ist.

www.grailsongs.com | www.temporaryresidence.com

MusikstreifzugMogwai: How To Be A Werewolf (Clip)

Anthony Crooks Kurzfilm “Thirty Century Man” begleitet James Bowthorpe, den Weltrekordhalter für die schnellste Weltumrundung per Fahrrad, auf der Fahrt durch eine menschenleere, norwegische Landschaft. Den Soundtrack liefern MOGWAI: Diese Version des Songs “How To Be A Werewolf” wurde exklusiv an den Film angepasst. Die eigentliche Version des Stückes wird auf MOGWAIs am 15.Februar 2011 bei Subpop erscheinenden siebten Studioalbum “Hardcore Will Never Die, But You Will” enthalten sein. [via]

TextwerkGiardini Di Mirò | Il Fuoco

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Mit „Divding Opinions“ hatten GIARDINI DI MIRÒ 2007 eines der stärksten Indie-Rock-Alben des frühen 21. Jahrhunderts abgeliefert. Während außerhalb ihres Heimatlandes jedoch kaum jemand davon Notiz nahm, gehört die Band in Italien spätestens seit dem zu den Großen der Indie-Szene. Sämtliche zaghaft tastenden Suchbewegungen, all die behutsam ausgeübten Selbstentdeckungsprozesse der Vorgängerwerke schienen auf diesem Album zu ihrem jeweiligen Höhepunkt zusammen gekommen zu sein. In seiner äußerst gelungenen Kombination von Pop-Appeal, Musikalität, weichmütiger Melancholie und ja, auch ein wenig Weinerlichkeit, sollte das Album so etwas wie ein Endpunkt aller bisherigen Entwicklungen der zehnjährigen Bandgeschichte sein. Nur, wie macht man nach so einem Album weiter? Wie das Niveau halten, ohne sich selbst nachzuahmen? Wie sich sinnvoll neu erfinden, ohne einen komplett Bruch zu erzeugen?

Die Reaktion von GIARDINI DI MIRÒ ist eine Ausweichbewegung, die eine konkrete Antwort gewissermaßen vertagt. Das vorliegende Werk ist nämlich das Resultat eines vom Nationalen Kinomuseum Italiens erteilten Kompositionsauftrages und somit eben kein originäres Album. Die Band hatte den Zuschlag für eine Neuvertonung von Giovani Pastrones Stummfilm „Il Fuoco“ bekommen – einem Meisterwerk des italienischen Kinos des frühen 20. Jahrhunderts. Ein solches Projekt bietet natürlich Raum für eine gewisse Experimentalität – und GDM wissen diesen Raum mit Klängen und Ideen zu füllen, für die auf einem „normalen“ Album kein Platz wäre. Die Kompositionen orientieren sich in ihrer Dramatik am Grundriss des Plots: Die drei, den Verlauf der leidenschaftlich-morbiden Liebesgeschichte beschreibenden Kapitel „La Favilla“ (Der Funke), „La Vampa“ (Die Flamme) sowie „La Cenere“ (Die Asche), finden in elegischer schleppenden Soundexplorationen ihre verklanglichten Entsprechungen. Mit rockinstrumental kreierten Ambienzen werden huschende Schatten, knisternde Feuer, zarte Lichtfäden, weiche Blenden und harte Schnitte klangmalerisch nachgebildet. Für ihre effektvollen Darstellungen und Ausführungen nehmen sich GIARDINI DI MIRÒ sehr viel Zeit und geizen dabei nicht mit Kitsch.

Als eine an Bildern entlang gewachsene Musik funktioniert „Il Fuoco“ auch ohne visuelle Hilfestellung erstaunlich gut. Soll heißen: Da wo andere Projekte dieser Art ohne die Filmbilder gern mal hoffnungslos in die Knie gehen, kann das Werk der Norditaliener auch durchaus ohne Bilder bestehen. Als an von Fremden geistig-kreativ entwickeltem Material gebundene Musik fehlt den Komposition dennoch einfach eine künstlerische Eigenheit, weshalb sie auch ein gutes Stück von der Brillianz von etwa „Dividing Opinions“ entfernt ist. „Il Fuoco“ ist sicherlich keine musikalische Offenbarung, aber eine gekonnt in Szene gesetzte, auch nur für sich funktionierende Filmmusik.

City Centre Offices | CD: Towerblock048 | Oktober 2010
www.city-centre-offices.de | www.giardinidimiro.com

© Beitrag veröffentlicht auf RoteRaupe.de (Oktober 2010).

MusikstreifzugStubborn Tiny Lights vs Clustering Darkness: Godspeed You! Black Emperror und Yanqui U.X.O.

godspeedyou_cst024hires

Einfach weil es ein so großartiges Album ist.

brainwashed.com/godspeed | www.cstrecords.com

MusikstreifzugAm Abgrund Der Dinge: This Will Destroy You

this will destroy you - moving on the edge of things

Kurz vor der Veröffentlichung des mit Spanung erwarteten neuen Albums “Tunnel Blanket” schieben THIS WILL DESTROY YOU und Magic Bullet noch einen hübschen Vinyl-Happen als Appetizer voraus. Das Texanische Quartett zeigt sich Anno 2010 von den allseits bekannten, durch zahllose, überstrapazierende Imtatsversuche in die Klischee-Sackgase manövrierten Vorgehensweisen des Postrock-Genre abgerückt und einer deutlich experimentellen Ausrichtung zugewand. Die beiden Stücke auf “Movin On The Edge Of Things” sind Dokumente von der Erwachsenwerdung der Band. Sie belegen die Entwicklung weg von der Frontalservierung von Fragilem und “einfach Schönem” auf “Young Mountain” sowie “This Will Destroy You”, hin zur Schaffung von herausfordernd profundem Hörgenuß.

Das knapp 10-minütige, langsam brütende “Rituals” beginnt mit düsteren Drones und räumt sich in ambienthaft zögerndem Suchen einen zukunftsfrohen Blick frei, während die B-Seite “Woven Tears” als fieser Nosie-Stampfer mit Industrial-Feeling daher kommt. Eine Platte zum Zuhören, Entdecken und Genießen.

This Will Destroy You – Rituals (from Moving On The Edge Of Things 12″)

Das gute Stück kommt in limitierter Auflage als 12″ Picture Disc und ist direkt über Magic Bullet zu beziehen. Offizielles Release-Datum ist Dienstag, der 10.August 2010. [via]

twdy.tumblr.com | www.magicbulletrecords.com

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