MusikstreifzugTim Hecker: Musikalischer Transzendentalismus

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Der aus dem kanadischen Montreal stammende Klangkünstler Tim Hecker hat mit seinen bisherigen Alben diverse Facetten im Bereich Ambient/Drone/Abstract ausgelotet. Mit seinem sich kontinuierlich wandelndem Œuvre hat er die Zuhörer immer wieder zum Hinterfragen, Diskutieren und Wahrnehmen nicht nur seiner, sondern auch von Klangkonstrukten ganz allgemein herausgefordert. Mit “Ravedeath, 1972″ hat er nun sein unheilvollstes Album bisher veröffentlicht.

Die Stücke auf “Ravedeath, 1972″ basieren allesamt auf Orgelklängen, die Hecker in einer Kirche in Island aufgenommen hat. Mit Hilfe von Synthesizern und manipulativen Eingriffen in die Tonspuren hat Hecker eine klangliche Unterwelt geschaffen, welche die Live-Performance und die akribische Studioarbeit kunstfertig zu einer akustischen Einheit verschmilzt. Die subtile Vielschichtigkeit des Sounds, mit all seinen feinen Nuancierungen, ist beim flüchtigen Hören gar nicht zu erfassen, aber wohl ein gewichtiger Grund, warum man immer wieder wie süchtig auf das Album zurück kommt: Jeder neue Hördurchgang verrät ein neues, ungehörtes Klanggeheimnis. Selbst in den extremsten Momenten wohnt dem Sturm aus pfeiffenden Obertönen und fiesen Feedbacks eine Art eisige Feierlichkeit inne, die wie eine Hörbarmachung der Einsamkeit des Winters anmutet. “Ravedeath, 1972″ enthält zwölf düstere, klaustrophobische Soundgebilde, die irritieren, gar verängstigen, mit ihrer kühlen Enthaltsamkeit aber auch zu verzaubern wissen.

Tim Heckers “Ravedeath, 1972″ ist am 14.Februar 2011 als krank154 auf 2xLP und CD bei Kranky erschienen.

MusikstreifzugQuest For Fire: Ein Vertontes Leuchten Aus Dem Paradies

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Die im Jahr 2007 aus der Asche der Garage-Pop-Band THE DEADLY SNAKES und der Hardcore/Crust-Legende CURSED hervogegangene Formation QUEST FOR FIRE legt mit “Lights From Paradise” ein zweites Album vor. Wie schon auf dem selbstbetitelten 2009er Debüt klingt das launische Dahintreiben in Klangschichten und -kontrasten nach einer in zeitgenössische Zusammenhänge transportierte Zusammenführung von BLACK SABBATH-Sludge und trippiger 60s-Atmosphäre. Mit bleiernen Riffs, nach Jam-Sessions klingenden Ausführungen, gniedelnden Gitarren-Soli und pumpendem Drumming erzeugen die Kanadier einen schweren, bluesigen Psych-Strudel, der benebelt und fesselt. Das Album ist vollgepackt mit endlos weitem Hard Rock, ruhig-süßen Momente sowie stampfenden Psych-Sounds und überzeugt mit seiner klanglichen Diversität.

Quest For Fire – Set Out Alone (“Lights From Paradise”: Tee Pee, 2010)

Mit “Lights From Paradise” ist den kanadischen Fuzz-Rockern QUEST FOR FIRE ein Album gelungen, das sofort zugänglich und komfortabel klingt, aber mit genug Windungen und Überraschungen gefüllt ist, um auch mehrmalig wiederholtes Hören ein Genuss sein zu lassen. Eine ganz formidable Band mit einem ebensolchen Album!

myspace.com/questforfireband | www.teepeerecords.com

MusikstreifzugStubborn Tiny Lights vs Clustering Darkness: Godspeed You! Black Emperror und Yanqui U.X.O.

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Einfach weil es ein so großartiges Album ist.

brainwashed.com/godspeed | www.cstrecords.com

TextwerkBuried Inside – Nachdenklich, stimmungsvoll, gewaltig.

Buried Inside Die fünfköpfige Formation BURIED INSIDE kommt aus Ottawa, Kanada und verschmilzt seit mehr als 10 Jahren auf beeindruckend stimmige Weise Elemente von Sludge, Doom, Crust, Metal und Hardcore. Im März 2009 erschien das vierte Album „Spoils Of Failure“, welches erneut musikalisch und inhaltlich deutlich mehr ist, als ein paar hingeworfene Klangfetzen. BURIED INSIDE regen den Intellekt an, ohne mit gemimter Intellek­tualität zu nerven. Aufgeräumt und reflektierend zeigt sich Gitarrist Andrew Tweedy im Interview.

Ihr wart jüngst mit eurem neuen Album in der Tasche in Europa unterwegs. Wie war die Tour und die Reaktionen auf die Platte?
Die Tour war, wie auch schon beim vorherigen Mal in Europa, absolut großartig. Ich glaube ihr könnt euch viel mehr für kleinere Bands wie unsere begeistern. Das Album ist auch sehr gut angekommen. Viele Leute fragen bei Konzerten zwar immer auch nach Songs von „Chronoclast“, was glaube ich nur natürlich ist, aber die meisten haben ehrliches Gefallen an dem neue Material bekundet. Ich denke viele Leute anerkennen es einfach, dass wir uns in eine etwas andere Richtung bewegt haben und respektieren dies.

Seit der Veröffentlichung von „Chronoclast“ sind 4 Jahre vergangen. Warum hat es mit einer neuen Platte so lange gedauert?
Wir sind lange mit „Chronoclast“ getourt. Da wir während der Touren nie an neuem Material arbeiten, haben wir erst Mitte 2006 angefangen neue Ideen zusammen zu tragen. Wir nehmen uns auch immer viel Zeit für das Songwriting. Wir erarbeiten Neues von Grund auf als Kollektiv. Wir jammen viel, probieren unterschiedliche Arrangements aus. Viele Parts liegen auch immer wieder eine ganze Weile brach, bevor bevor wir daran weiter arbeiten. Wir setzen Stück für Stück die Teile zu dem zusammen, was dann auf den Alben zu hören ist. Wir arbeiten mit viel Bedacht – In jeder Hinsicht!

Was ist die „Spoils Of Failure“ zu Grunde liegende Idee?
Die meisten Gedanken auf der Platte drehen sich um die verlogenen Versprechen von Informationstechnologien im Allgemeinen. Bestimmte Leute haben einfach ein Interesse daran, dass nicht alle Menschen mit bestimmten Diensten, Zugängen und Sicherheiten ausgestattet sind. Zudem wird die Grenze zwischen Fahrlässigkeit und Weiterlesen

MusikstreifzugVon der Feuersuche zu Endzeit-Balladen

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In den letzten Tagen und Wochen haben sich die aktuellen Releases von CRIPPLED BLACK PHOENIX und QUEST FOR FIRE einen unangefochtenen Stammplatz in meiner Playlist erkämpft.

Die britische Formation CRIPPLED BLACK PHOENIX ist eher ein stark fluktuierendes Kollektiv, als eine tatsächliche Band. Zum festen Kern jedoch gehört unter anderem mit Dominic Aitchison ein Mitglied von MOGWAI. Trotz dem auch CBP sich irgendwie in postrockigen Gefilden aufhalten, ist eine direkte musikalischer Bezug zu den schottischen Intensitätsgroßmeistern nicht auszumachen; die Musik auf „200 Tons Of Bad Luck“ (Invada, 2009) ist deutlich besonnener, filigraner und wesentlich melancholischer. Das Album ist sowas wie ein Best-Of-Auswahl aus den bisher publizierten Scheiben „A Love of Shared Disasters“ (Invada, 2007) sowie „The Resurrectionists”/”Night Raider” (Boxed 2-Album Set, Invada, 2009) und ist daher für den Einstieg bestens geeignet und Liebhabern von Endzeitballadesquem wärmstens ans Herz zu legen!

Crippled Black Phoenix – Rise Up And Fight (“200 Tons Of Bad Luck“: Invada, 2009)

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Ein ausgesprochen starkes Debüt legt das in Toronto, Kanada beheimatete Quartett QUEST FOR FIRE mit seinem selbstbetitelten Debütalbum (“s/t”", Tee Pee, 2009) vor. Die Musik darauf versprüht eine latente 60s-Psych-Atmosphäre und ist, so finde ich, mit seinem erdigen, trippigen Sound gar nicht all zu weit von der düsteren Atmosphärik des “Doomsdayer’s Holiday”-Album der GRAILS entfernt. Allerdings ist die Musik von QUEST FOR FIRE etwas sludgiger als die des Portland-Fünfers und auch nicht rein instrumental; ein sanft-nölig gehauchter Gesang verstärkt die Nebulösität der Gesamtwirkung. Am Schlagzeug sitzt hier übrigens ex-CURSED-Drummer Mike Maxymuik. Unbedingt zu empfehlen!

Quest For Fire – Strange Waves (“Selftitled”: TeePee, 2009)

Des Weiteren rotieren hier grad die vorzügliche, bisher unveröffentlichte, aber über Myspace komplett hörbare EP der englischen PostHC-Formation JOSEPH, das erste Full-Length-Release der Umea-Krachformation MOLOKEN (“Our Astral Circle”, Discouraged, 2009), sowie die beiden aktuellen, in ihrer tiefen Melancholie wunderbar zum Herbst passenden Scheiben von RINGFINGER (“s/t”, Magic Bullett, 2008) und THE BLACK HEART PROCESSION (“Six”, Temporary Residence, 2009).

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