Die fünfköpfige Formation BURIED INSIDE kommt aus Ottawa, Kanada und verschmilzt seit mehr als 10 Jahren auf beeindruckend stimmige Weise Elemente von Sludge, Doom, Crust, Metal und Hardcore. Im März 2009 erschien das vierte Album „Spoils Of Failure“, welches erneut musikalisch und inhaltlich deutlich mehr ist, als ein paar hingeworfene Klangfetzen. BURIED INSIDE regen den Intellekt an, ohne mit gemimter Intellektualität zu nerven. Aufgeräumt und reflektierend zeigt sich Gitarrist Andrew Tweedy im Interview.
Ihr wart jüngst mit eurem neuen Album in der Tasche in Europa unterwegs. Wie war die Tour und die Reaktionen auf die Platte?
Die Tour war, wie auch schon beim vorherigen Mal in Europa, absolut großartig. Ich glaube ihr könnt euch viel mehr für kleinere Bands wie unsere begeistern. Das Album ist auch sehr gut angekommen. Viele Leute fragen bei Konzerten zwar immer auch nach Songs von „Chronoclast“, was glaube ich nur natürlich ist, aber die meisten haben ehrliches Gefallen an dem neue Material bekundet. Ich denke viele Leute anerkennen es einfach, dass wir uns in eine etwas andere Richtung bewegt haben und respektieren dies.
Seit der Veröffentlichung von „Chronoclast“ sind 4 Jahre vergangen. Warum hat es mit einer neuen Platte so lange gedauert?
Wir sind lange mit „Chronoclast“ getourt. Da wir während der Touren nie an neuem Material arbeiten, haben wir erst Mitte 2006 angefangen neue Ideen zusammen zu tragen. Wir nehmen uns auch immer viel Zeit für das Songwriting. Wir erarbeiten Neues von Grund auf als Kollektiv. Wir jammen viel, probieren unterschiedliche Arrangements aus. Viele Parts liegen auch immer wieder eine ganze Weile brach, bevor bevor wir daran weiter arbeiten. Wir setzen Stück für Stück die Teile zu dem zusammen, was dann auf den Alben zu hören ist. Wir arbeiten mit viel Bedacht – In jeder Hinsicht!
Was ist die „Spoils Of Failure“ zu Grunde liegende Idee?
Die meisten Gedanken auf der Platte drehen sich um die verlogenen Versprechen von Informationstechnologien im Allgemeinen. Bestimmte Leute haben einfach ein Interesse daran, dass nicht alle Menschen mit bestimmten Diensten, Zugängen und Sicherheiten ausgestattet sind. Zudem wird die Grenze zwischen Fahrlässigkeit und Weiterlesen



Noch lange bevor die Krachsinfoniker Stephen O’Malley und Greg Anderson gemeinsam mit ihren Live-Mitstreitern die Bühne des zum Kultobjekt gestylten, endzeitig anmutenden Berghain besteigen, startet eine bedrohlich blubbernde Monotondarbietung mönchsartiger Rezitative. Somit wird von vornherein klar, was sowieso allen Anwesenden klar gewesen sein dürfte: Easy Listening gibt es an diesem Abend nicht! Die deshalb etwas überraschende Erkenntnis: die Zuhörerschaft bildet ein angenehm gemischtes Publikum! Ein
Ich war noch nie in Island. Ich stelle mir da eine karge, halbwegs urwüchsige, unwirtliche, fast surreal anmutende Natur vor, die genauso atemberaubend wie furchteinflößend ist. Eine ähnliche Atmosphäre wohnt auch der Musik des isländischen Krachkollektivs SÓLSTAFIR inne. Stellt euch vor ihr seid in einer solchen Landschaft mit dem Auto unterwegs: Das was sich da vor euren Augen abspielt, ist in etwa eine visuelle Entsprechung dessen, was die vier Isländer in Form von “Köld” vertont haben. Mal episch flächig, mal schleppend doomige Krachkonstellationen, die mitreißen und isolieren, die gleichzeitig Spaß machen und Besorgnis erregen. Kommt an mancher Stelle NEUROSIS (vor allem der Gesang) verdächtig nah, ist an anderer aber wieder so weit wie nur irgendwas entfernt davon. Die Gesangsbeiträge kommen alle recht nachdenklich bis traurig (stimmungsmäßig, nicht qualitativ!) daher, weshalb die Scheibe einen recht düsteren Eindruck vermittelt. Am Horizont bleibt aber stets eine vage Hoffnung zu erkennen. Musikalisch ist das Prinzip ebenso trivial, wie wirkungsvoll und so schon tausendfach ähnlich reproduziert. Funktioniert offensichtlich immer wieder (mal mehr, mal weniger gut). “Köld” (bedeutet so viel wie “sehr kalt”) passt gut in den nun schon länger anhaltenden Trend, um bereits mit Albernheiten wie “Thinking Man’s Metal” oder “Heady Metal” beschriebene, postrockige, ambienthafte Metal-Derivate. Dass immer mal wieder guter Stoff aus Island aufs Festland herüber weht dürfte ja hinlänglich bekannt sein, weshalb diese Scheibe, auch wenn sie keine musikalische Offenbarung ist, mit seinem hohen Niveau nicht überrascht. (


Mit “Is.Land” von TIME TO BURN haben uns Radar Swarm in diesem Frühling ja bereits ein absolutes Highlight beschert. Doch damit nicht genug: hier kommt die nächste hervorragende Veröffentlichung des französischen Labels – und meine Begeisterung für das, was da derzeit in dieser Richtung im frankophonen Europa passiert erhält neue Nahrung. CALDERA aus Nancy und Paris verknüpfen Prog- und Doom-Metal-Elemente mit Sludge moderner Prägung, bedienen sich aber auch gern mal ungeniert im Stoner- und Post-Rock-Lager. Die Franzosen kreieren daraus eine relativ eigene, rein instrumentale Musik, die zwar mit der selben düsteren Grundstimmung ausgestattet ist, die auch die Labelkollegen OMEGA MASSIF oder YEAR OF NO LIGHT auszeichnet, aber im Ganzen etwas verspielter und weniger zermürbend daher kommt. “Mist Through Your Consciousness” beherbergt insgesamt acht epische und kraftvolle Stücke, in denen immer ein Hauch von Metal-Chauvinismus steckt, die aber im Endeffekt viel zu filigran und mit viel zu viel sanftmütiger Schwere daher kommen, um irgendwas damit am Hut zu haben. Ein tolles Album, das auch trotz seiner allgegenwärtigen Düsterkeit ungemein erfrischend daher kommt. [

Crust/Hardcore beeinflusster Grindcore, der bei Zeiten in auch mal in atmosphärischen Klanggefilden wühlt, bieten uns VISCERA (



















