
Die GRAILS haben mit “Doomsdayer’s Holiday” eins der eigenwilligsten Alben des letzten Jahres vorgelegt. Darauf werden mächtige Gitarrenriffs und kosmische Freejazz Erkundungen mit psychedelisch-rauchiger, nahöstlicher Musik in einem 70er-Jahre-Film-Noir-Feeling verdichtet. In dieser Art und Weise sowie in der dargebotenen Konsequenz können die GRAILS damit getrost als einzigartig bezeichnet werden. Um einige musikalische, ästhetische und allgemeine Positionen der Band näher zu beleuchten, setzte ich mich mit den Jungs aus Portland in Verbindung und erhielt auf meine Fragen von Emil Amos (EA) und Alex Hall (AH) einige aufschlussreiche Antworten.
Die GRAILS werden oft als “eine Band voll Multiinstrumentalisten” bezeichnet. Wer spielt den tatsächlich welche Instrumente? Und da ihr ja eine große Auswahl an Klangerzeugern zu haben scheint: wer entscheidet bei der Arbeit an neuem Material darüber welches Instrument an welcher Stelle zum Einsatz kommt?
AH: Mit der Zeit hat es sich herauskristallisiert, dass jeder von uns für einen bestimmten Bereich der Instrumentierung verantwortlich ist. Das geschah ganz natürlich im Laufe der Zeit. Zak spielt alle akustischen Saiteninstrumente, wie 12-Saiter-Akustikgitarre, Saz und Oud, William spielt Piano und alle anderen Tasteninstrumente und so weiter. Normalerweise führt uns der Song bei der Wahl der Instrumente einfach; meistens ist es ziemlich offensichtlich was zu tun ist.
Eure aktuelle Scheibe “Doomsdayer’s Holiday” ist absolut knackig, fühlt sich aber gleichzeitig sehr frei und ungezwungen an. Was inspiriert euch solche Musik zu machen? Was ist überhaupt eure Motivation Musik zu machen?
AH: Warum sollten wir unserer Musik Begrenzungen auferlegen? Hätte das was mit guter Kunst zu tun? Für uns ist das was wir da machen einfach die einzig logische und ehrliche Weg zu versuchen rockbasierte Musik im Jahre 2009 zu machen. Es gab seit Jahren nichts Neues bezüglich Typen mit Gitarren und Schlagzeug. Wir lieben einfach jegliche gute Musik und diese Band ist unsere Möglichkeit all die Dinge die wir lieben zusammen zu bringen.
Musik und visuelle Präsentation der GRAILS haben immer so einen gruselig-düsteren Touch. Woher dieser Hang dazu?
EA: Kunst hat schon immer auch zur Kritik an der Massenkultur gedient. Wenn man zur Kommunikation einer Nachricht keine Worte zur Verfügung hat, dann muss man versuchen über klangliche Konstrukte an die Teile des Bewusstseins zu gelangen, an die man sonst nicht so einfach ran kommt. Eine der Stärken von Musik ist doch, dass Weiterlesen