MusikstreifzugThey’ve Got Blood Like We’ve Got Blood

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Krautrockig, kunstvoll, kritisch. “They’ve Got Blood Like We’ve Got Blood” ist eine auf 125 Stück limitierte und längst vergriffene CD-R EP der WHITE HILLS. Das gute Stück erschien 2005 auf dem britischen Label Fuck Off & Di. (Foto: Ahmad Masood [via])

White Hills – Coming For You (© Fuck Off & Di)

MusikstreifzugBlonde Redhead: Lebenszeichen.

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Bedeckt hält sich das Trio aus New Yor City ja seit jeher. Drei Jahre sind seit dem letzten Album “23″, ja seit dem letzten wirklichen Lebenszeichen von BLONDE REDHEAD überhaupt ins Land gezogen. Anlässlich des Record Store Day (17.April 2010) hat 4AD nun eine limitierte 12”-Vinyl Compilation-EP namens “Fragments” (BAD3X17) veröffentlicht, auf der sich neben Stücken von GANG GANG DANCE und ARIEL PINK’S HAUNTED GRAFFITI eben auch ein neuer Track von BLONDE REDHEAD befindet. Dieser macht dem EP-Namen allerdings alle Ehre: “Not Getting There” ist als knapp zweiminütiges Song nur fragmentarischer Appetizer für das nächste Album. Wann das kommt ist – na klar! – derzeit völlig offen. Gut ist die Klangkost dennoch. [via]

Blonde Redhead – Not Getting There (“Fragments”: 4AD, 2010)

www.4ad.com | www.blonde-redhead.com

MusikstreifzugWhite Hills: Dead (Clip)

Der Song stammt vom aktuellen, selbstbetitelten Album der WHITE HILLS (Thrill Jockey, Thrill232, 2010). Das Video fängt meiner Meinung nach die Stimmung der Musik der WHITE HILLS ganz gut ein. Spooky!

MusikstreifzugTraumbilder aus der Vergangenheit: White Hills

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Die Space-Rocker WHITE HILLS aus NYC trans­portieren auf äußerst delikate Art und Weise den 60s-Psych ins 21. Jahrhundert. Sie spielen eine fuzzige, abgedrehte, alles andere als subtile Musik, die deutliche Rückgriffe auf Vergangenes aufweist, ohne dabei je auch nur ansatzweise anachro­nistisch zu klingen. Die Bandbreite reicht dabei von kurzen, knarzigen, fast punkrockig scheppernden Stücken, bis hin zu ausschweifenden, sich windenden, dronigen Psychedelic-Nummern. Die Songs sind vollgepackt mit Modulations- und Raumeffekten. Unter bauschigen Wolken verzerrter Gitarren schiebt sich bei Zeiten ein verträumter, sanfter Gesang hindurch. Wirkt insgesamt ziemlich hypnotisch und trippig. Nach diversen Alben seit 2005, erschien Anfang Februar dieses Jahres ein frisches, selbstbetiteltes Album auf Thrill Jockey (“White Hills”: Thrill232, 2010). Wer einen Hang zu 60s-Psych oder Krautrock hat, bzw. auf zeitgenössische Bands wie GRAILS oder QUEST FOR FIRE steht, sollte sich unbedingt und höchst dringend WHITE HILLS anhören! Klangmaterial derartiger Qualität gibt es nicht besonders oft.

White Hills – Three Quarters (“White Hills”: ThrillJockey, 2010)
White Hills – Under Skin Or By Name (“Glitter Glamour Atrocity”: Self Released, 2007)

www.whitehillsmusic.com | www.thrilljockey.com

MusikstreifzugUnited Nations: The shape of punk that never came

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Eine Hammerscheibe, dieses erste, selbstbetitelte Album der sagneumwobenen UNITED NATIONS (Eyeball Rec, EYE20096, 2008)! Hinter den spärlichen Informationenn und Pressefotos mit Ronald-Reagan-Masken verbergen sich Geoff Rickly (THURSDAY-Sänger), Daryl Palumbo (GLASSJAW- und HEAD AUTOMATICA-Sänger) sowie Ben Koller (CONVERGE-Drummer). Ausserdem tauchen im Zusammenhang mit der Besetzung immer wieder die Namen Christopher “Chree” Conger (Ex-Drummer von THE NUMBER 12 LOOKS LIKE YOU), Eric Cooper (Bassist von MADE OUT OF BABIES) und Jonah Bayer (THE LOVEKILL) auf.

Ich würde fast soweit gehen und behaupten, dass die Jungs als UNITED NATIONS etwas geschaffen haben, dass ihre “Hauptbands” bei weitem übertrifft. Okay, die Songs besitzen vielleicht nicht die brutale Radikalität von CONVERGE oder die feine musikalische Breitwandigkeit von THURSDAY, wissen aber mit einer überzeugenden Mischung aus all den Charakteristiken ihrer anderen Bands eine derartige Heftigkeit zu entfalten, dass man sich den Klängen kaum entziehen kann. Die Songs sind derart gut geschrieben, dass sie auch nach dem hundertsten Durchgang keine Abnutzungserscheinungen aufweisen. Definitiv ein Kandidat für so seltsame “Platten des Jahres”-Listen. Pflichtstoff. Anhören!

United Nations – The Shape Of Punk That Never Came (“Selftitled”: Eyeball, 2008)

www.unitedfuckingnations.com | www.eyeballrecords.com

MusikstreifzugSometimes life may feel like it’s sucking you up…

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Sometimes life may feel like it’s sucking you up
But it’s not, it may be just you sucking
Sometimes life may feel just like you’re losing the race
But you’re not, you’re just letting everyone else win
Sometimes it feels like everyone’s being a dick
But they’re not, it’s just you being a dick to every one [...]
You wanna change the world? You better start with yourself!
Charity starts at home in the skin you’re in
I’m not sayin you should go and change your face
But if it bothers you that much you should get a nose job
I’m talking about what lies beneath the black and white
There’s a mass of gray. It is called your brain [...]
So take a look at what you thought was black and white
And you will see that there was nothing there at all

Imani Coppola – Black & White (“The Black & White Album”: Ipecac)

www.imanicoppola.net

TextwerkPax Cecilia | Blessed Are The Bonds

paxcecilia_blessearethebonds Die in Europa bislang weitestgehend unbekannte Band THE PAX CECILIA hat einen radikalen Weg der Verweigerung gegenüber bestehender Marktmechanismen eingeschlagen, der in diesem Ausmaß, in einem vielfach nur mehr als Geste existierendem Underground, lange nicht zu bestaunen war. Der Band ist mit ihrem Debüt-Album ein Rundumbefreiungsschlag gelungen. Die Jungs aus Rochester, New York scheinen sich jeglicher Limitierungen entledigt zu haben und verfolgen sowohl distributionstechnisch als auch musikalisch einen denkbar freiheitlichen Ansatz. Auf Labels, Promo-CDs und ähnlichen Firlefanz wird intentional verzichtet, die Musik ist so umfassend, dass sie mit den üblichen Begriffen und Mechanismen der Musikverwertungsmaschinerie weder zu fassen, noch aufzuarbeiten ist. “Blessed Are The Bonds” ist, wie bereits auch sein Vorgänger, ausschließlich über die Bandwebsite zu beziehen. Mehrere tausend Stück wurden zunächst in Form eines physischen Tonträgers verschickt, fortan erfolgt der Versand ausschließlich als Datentransfer via Internet. Das interessante daran: die Band fragt nicht nach Bezahlung, sondern bietet die Möglichkeit an, freiwillig Spenden zu entrichten. Der Rezipient wird ergo aus der Rolle des passiven Konsumenten befreit. Er wird als mündiger Gegenüber akzeptiert, dem so eine gewisse Verantwortung nicht abgesprochen, sondern vielmehr übertragen wird. Die eigenverantwortliche Entlohnung der Künstler fällt aufgrund der Substanz des Werkes auch gar nicht schwer. Von der Ästhetik und der Uneingeschränktheit im Ausdruck am ehesten DREDG ähnelnd, schlagen THE PAX CECILIA musikalisch jedoch in eine etwas andere Kerbe. Sie spannen den Bogen von Klassik über Ambient hin zum modernen Hardcore. Zwischendurch durchqueren sie diverse subkulturellen Klangwelten und erschaffen daraus ihren völlig eigenen musikalischen Kosmos. Unglaublich viele Ideen werden zu einem großen Ganzen verflochten. Das Resultat ist ein enorm facettenreiches Art-Rock-Album, welches dabei aber nicht einmal ansatzweise zerklüftet wirkt. Piano-Sätze à la Frederic Chopin stehen dabei wie selbstverständlich neben Gewaltausbrüchen der Marke CIRCLE TAKES THE SQUARE und großflächig angelegte, brave Soundlandschaften im GODSPEED YOU! BLACK EMPERROR-Stil vereinigen sich mit der ruppigen Epik von BURIED INSIDE. “Blessed Are The Bonds” verweilt nicht in einer Stellung, langweilt nicht mit ständigen Wiederholungen seiner Selbst und ist im Endeffekt einfach ein unvergleichliches, progressives Werk mit ungeheurem intellektuellem Tiefgang. Ein Album, das in seiner Frische und Kompromisslosigkeit die Möglichkeiten von Ambient, Art-Rock und jeglichem Progressiv-Kram aus der Punk/Hardcore- und Metal-Ecke neu konfiguriert. Auf dem amerikanischen Nordkontinent hat sich die Band mit diesem Ansatz bereits einen Namen gemacht. Bin gespannt, wie der europäische Underground mit der geistigen Frischluftzufuhr umzugehen vermag. [OX#78]

Not On Label / CDR|MP3 / Apr 2007
www.paxcecilia.com

Musikstreifzugthe pax cecilia: album gratis runterladen

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Die außerordentlich gute Band THE PAC CECILIA bietet auf ihrer Homepage ihr komplettes “Blessed Are The Bonds”-Album zum Download an. Im Gegenzug fragen sie lediglich nach Mundpropaganda und einer eventuellen Spende…

Nearly all 10,000 of our albums have been sent out. The remaining few we are keeping to hand out at shows and in person. We’d like to thank everyone who received the album and had a kind word to say or recommended it to a friend. We are now offering the full “Blessed..” album as a free download. Please consider donating if you do download it.

Download- und Spendenadresse findet ihr hier:
www.paxcecilia.com/download.html

MusikstreifzugDa wird euch sicher warm ums Herz!

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Zu allererst möchte ich euch die grandiosen ICTUS aus Spanien ans Herz legen! Die haben nämlich mit ihrem aktuellen Album “Imperivm” (Alerta Antifascista, AA45, 2007) ein wahres Meisterwerk gestemmt! Das Album besteht aus nur einem Track und wartet mit dem besten Crust/Metal/Hardcore-Gebräu auf, dass ich in den letzten Jahren gehört habe. Hut ab!!! Tragischerweise hatte die Band im Sommer auf Tour in Weißrussland einen wirklich schweren Unfall; nähere Infos dazu findet ihr unter myspace.com/ictuscore. Wer mit einer Spende helfen will, findet dort auch Angaben zu einem Spendenkonto.

Dann hab ich letztens zwei Bands vom amerikanischen Label Black Market Activities (für mich) entdeckt; nämlich KHANN aus Florida und ARCHITECT aus Syracuse, NY. Letztere spielen auf “All Is Not Lost” (Black Market Activities, BMA017-2, 2007) ziemlich intensiven, metal-lastigen Hardcore; klingt ein bissel wie ein CONVERGE-AMERICAN NIGHTMARE-Hybrid. KHANN spielen so metalinfizierten, kranken Scheiß in der Schnittmenge von sagen wir mal PG99, REVERSAL OF MAN, ED GEIN und ISIS. Das Debut-Album “Tofutopia” (Black Market Activities, BMA023-2, 2007) ist auf jeden Fall ein krasses Teil!

khann-band-2007

Ein weiteres Klanginferno dieser Sorte kommt via Midmarch Records aus England: Es trägt den Namen LAVOTCHKIN. Aktuellste Publikation der Chaoscore-Truppe aus Newcastle ist eine Split-CD mit JOSEPH (Midmarch, MMR017, 2007). Krasses, cooles Zeug! Eine ebenfalls hervorragende, noch halbwegs aktuelle Midmarch-Veröffentlichung ist die Scheibe “Ont Blood” (Midmarch, MMR015, 2007) von der schwedischen Hardcore-Combo THE GRIZZLY TWISTER.

Schönen 90er-Jahre-Skandinavien-Hardcore gibts von LIGHTHOUSE PROJECT aus Finnland auf ihrem neuen, zweiten Album “Gift” (CD: Combat Rock Industry, CRI 051, LP: Lacktop, BTR016, Sep 2007). Der typische Northcore-Sound wird hier mit an die früheren RFUSED (“Everlasting”) und NINE (“Listen”) erinnernsden Elementen kombiniert. Knallt gut!

Zwei gute, neue Platten mit französischen Bands beschert uns aktuell die Marianne vom Schweizer Label Ape Must Not Kill Ape. Da gibts jetzt die HIRO/BRUME RETINA Split 10″ (Ape Must Not Kill Ape, APE31). HIRO sind die Überreste von GANTZ und in diese Richtung geht der Spaß dann auch. Zweites Highligt und noch einen Tick besser als die zuvor genannte Platte ist das Album von LE PRE OU JE SUIS MORT (Ape Must Not Kill Ape, APE27, 2007). Klassischer Screamo auf labeltypisch hohem Niveau.

PerlentauchgangSparrows Swarm And Sing | O’Shenandoah, Mighty Death Will Find Me

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Obwohl man eigentlich einem interessierten, aufgeschlossenen Musikhörer vorbehaltlos und uneingeschränkt alle Magic Bullet Releases empfehlen kann, gibt es doch kleine Perlen im umfang- und abwechslungsreichen Katalog des Labels aus Fredericksburg, VA, USA. Eine solche herausragende Platte ist meines Erachtens dieses SPARROWS SWARM AND SING Album. Ich weiß gar nicht so genau warum, aber “O’Shenandoah, Mighty Death Will Find Me” hat mich total angefixt! Die Musik ist irgendwie zerbrechlich und wegen der ausufernden Komplexität der Songstrukturen (wenn man überhaupt von solchen reden darf/kann) wenig griffig, aber warscheinlich genau deswegen so ungeheuer spannend. Es wird sich viel Zeit genommen mit Klängen Atmosphäre zu schaffen. Ein kompletter, wenn auch sanfter, Bruch mit Hörgewohnheiten. Einfach anders, aufregend, düster und schön! Wer sich mit Anderem, als ständig Immergleichem auseinanderzusetzen sucht braucht diese Platte!

Sparrows Swarm And Sing – Warm Blood Within [extract] (“O’Shenandoah”: Magic Bullet, 2006)

www.myspace.com/swarmandsing | www.magicbulletrecords.com

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