MusikstreifzugKangding Ray: Am Dunklen Rand Der Clubkultur

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Als KANGDING RAY bewegt sich der in Berlin lebende Soundtüftler David Letellier seit Jahren an der Schnittstelle von digitalen und analogen Sounds, zwischen wohlig-warmer Pop-Sensibilität und fanatisch detaillierter, kühler Nüchternheit von Clicks-&-Cuts-Musik.

Drei Jahre nach dem hervorragenden “Automne Fold” ist mit “Or” nun das dritte KANGDING RAY-Album beim renommierten Raster-Noton-Label erschienen. Es ist eine folgerichtige Fortsetzung der Verwischung von Grenzen zwischen Experimental- und Bass-Musik. Über präzise, brüchige Rhythmik-Gerüste breitet Letellier weitflächige, dronige Synthie-Flächen aus und schichtet phänomenale Arrangements aus rauher Bit-Crush-Verzerrung, kratzigen Artefakten und splitterndem Hochfrequenz-Knistern auf.

Der Albumtitel ist sowohl eine Referenz an das englische Wort, welches die Möglichkeit einer Wahl suggeriert, als auch an das französische Wort für Gold, eine Substanz, deren Wert scheinbar alle Jahrhunderte und Gesellschaften überdauert – zwei Konzepte, die in der kritischen Haltung Letelliers gegenüber Konsumkultur und globaler Ökonomie eine große Rolle spielen.

Beim Titeltrack “Or” ist übrigens der in Island lebende Noise-Bastler Ben Frost als Keyboard spielender Gast zu hören.


Kangding Ray – Or (“Or”: Raster-Noton, 2011) [mp3]

“Or” ist als R-N123 bei Raster-Noton erschienen. Das Album ist auf CD oder als Download dirket im Webshop des Label (Versand weltweit gratis) zu erwerben.

MusikstreifzugKangding Ray: Konstruktiv

KangdingRay-Live

Als KANGDING RAY konstruiert der in Berlin wohnhafte Soundtüftler David Letellier anspruchsvolle, von hoher Musikalität zeugende Elektronika. Sein zweites Raster-Noton-Album “Automne Fold” überzeugt mit der Weiterentwicklung des auf dem 2006er Debüt-Album “Stabil” etablierten Soundgefüges: Aus einer sehr feingliedrigen Zusammenbringung von synthetischen und analogen Klängen gelingt ihm eine labeltypisch irgendwie “experimentell” anmutende Musik, die dabei jedoch stets sehr zugänglich bleibt. Über seine präzisen Micro-Beat-Gerüste und eckigen Digital-Klänge breitet er kratzige Artefakte, stotternden Digitalschrott, breitflächige Drones und auch Sounds analoger Instumente (Violine, Piano) aus. Einzelne Tracks werden zudem mit behutsamen Stimmbeiträgen versehen. Trotz aller Synthetik und Abstraktion klingt “Automne Fold” dabei ausgesprochen warm. Ein nahezu perfekter Soundtrack für diese kalte, nasse und dunkle Jahreszeit.


Raster-Noton hat “Automne Fold” (r-n094) urspünglich schon 2008 veröffentlicht, in diesem Jahr aber ein Re-Release davon in Umlauf gebracht. Das Album kann, ebenso wie die neue KANGDING RAY EP “Pruitt Igoe”, via soundcloud.com/kangding-ray/sets komplett gestreamt werden. Für Anfang 2011 ist ein neues Album auf Raster-Noton angekündigt.

www.kangdingray.com | www.raster-noton.net

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