MusikstreifzugUzeda is a Sicilian math rock group

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In Ermangelung an zufrieden­stellenden aktuellen Tonträgern hab ich mich in den letzten Tagen ein wenig durch die Post-Hardcore-, Math- und Noise-Rock-Historie gewühlt. Dabei bin ich auf UZEDA gestoßen, eine Band, an der ich aus mir unerfindlichen Gründen bisher immer vorbei geschrammt bin. Dieses Mal bin ich hängen geblieben.

Der Bandname der sizilianischen Formation weist einen starken lokalen Bezug auf: Er leitet sich von der ursprünglichen Bezeichnung einer Straße in der Inselhauptstadt Catania her, welche durch die gesamte Altstadt, geradewegs auf den noch heute aktiven Vulkan Ätna zu läuft. UZEDA formierten sich bereits in den späten 1980er Jahren, zu einer Zeit also, in der Schrägbastler aus dem Dischord- und Touch and Go-Umfeld den Ton im Krachuntergrund angaben. Kaum verwunderlich also, dass der Sound der Italiener gewisse Parallelen zu Bands wie FUGAZI, SLINT und THE JESUS LIZARD aufweist.

Während das 1991er Debüt-Album “Out Of Colors” (AVR001) noch etwas unausgegoren dahin wabert und leicht unschön nach Spät-90er-Mainstream-Rock-Versuch klingt, brachte eine für das Nachvolgealbum initiierte Zusammenarbeit mit Steve Albini eine hörbaren Sound-Differenzierung und -Ausdefinierung mit sich. “Waters” (AVR006, 1993) ist wild dynamisch, rhythmisch vertrackt und dabei deutlich schräger, nervöser, feuriger, sludgiger, unberechenbarer als sein Vorgänger. Was ja dank Albini-Connection eigentlich nur eine Frage der Zeit zu sein schien, wurde dann auch schon wenig später konkret: Touch And Go nahm sich der Band an und sorgte mit der Veröffentlichung der EP “4″ (TG152, 1995) dafür, dass Chicago nicht nur musikalischer Anknüpfungspunkt für UZEDA blieb, sondern tatsächlich musikalische Heimat der Band wurde. Die durch den Abgang von Gitarrist Giovanni Nicosia erfolgte Diminution zu einem Quartett, in Kombination mit der erneuten Zusammenarbeit mit Albini bewirkten eine, sich sowohl in Soundästhetik, als auch in der Reduziertheit im Songwriting ausdrückende, SHELLAC-Färbung des 1998 veröffentlichten “Different Section Wires” (TG186).

Dem dritten Album folgte eine lange Bandpause, in der sich die Musiker anderen Projekten widmeten. So gründeten etwa Sängerin Giovanna Cacciola und Gitarrist Agostino Tilotta gemeinsam mit DON CABALLERO-Drummer Damon Che die Band BELLINI. Schlagzeuger Davide Oliveri und Bassist Raffaele Gulisano arbeiteten gemeinsam mit der italienischen Rockröhre Gianna Nannini an deren 2001er Album “Aria”. 2006 meldeten sich UZEDA mit einem neben SHELLAC auch an das FUGAZI-Spätwerk erinnernden Album eindrucksvoll zurück. Erneut von Albini aufgenommenen und via Touch And Go publiziert ist “Stella” (TG298) das bislang letzte musikalische Lebenszeichen der Schrägrocker aus Süditalien.

Uzeda – I’m Getting Older (“Waters”: A.V. Arts, 1993)
Uzeda – Nico And His Cats (“Different Section Wires”: Touch And Go, 1998)
Uzeda – From The Book Of Skies (“Stella”: Touch And Go, 2006)

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