MusikstreifzugTime To Burn: Nayeli (Clip)

TextwerkAmen Ra – Eine In Sich Stimmige Gesamtheit

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“AMEN RA ist mehr als nur eine Riffsammlung in einer CD-Hülle. Es ist Kunst, es sind Worte, es sind Gedanken. Es ist ein Weg durch das Leben zu schreiten.” Mit dieser Aussage ist der avantgardistische Ansatz des Belgischen Kollektivs recht gut skizziert. AMEN RA ist ein Versuch, Musik vom Band-Kontext zu lösen und ein Gesamt­kunstwerk zu schaffen, in dem Klang nur ein Aspekt ist, der gleichberechtigt mit Visuellem, ethischen Ansprüchen und sonstiger künstlerischer Expression verwoben wird. Wie das Spiel mit religiösen Artefakten in diesem Zusammenhang zu verstehen ist und welchen Stellenwert dabei die Selbstdarstellung der Protagonisten hat fand ich im Gespräch mit Sänger und Artworker Colin Van Eeckhout heraus.

Der Name eurer Band hat einen religiösen Hintergrund, die Alben sind als “Messen” betitelt, in den Lyrics tauchen viele religiöse Themen als Metaphern auf und ihr fasst all eure Projekte unter dem Slogan “Church of Ra” zusammen. Was hat es damit auf sich, das ihr euch so ausgiebig auf theologische Artefakte bezieht und damit spielt?
Das sind Metaphern für die Wertvorstellungen, auf die AMEN RA basiert, für die Ideen hinter all dem was wir tun. Das ist in etwa mit dem zu vergleichen, was die Kirche für andere ist. Dies ist unsere Kirche. Wir haben uns ein eigenes Glaubenssystem geschaffen, wenn du so willst. Ich will damit nicht sagen, dass wir wirklich religiös sind. Aber wir nehmen das, was wir mit AMEN RA machen schon sehr ernst. Die Musik, das Artwork, alles…

Strukturen wie Religion oder Kirche haben immer reinen sehr hierarchischen Charakter. Wie geht das mit einem eher freiheitlichen Ansatz von Hardcore zusammen?
Wer sagt denn, dass unsere Kirche hierarchische Strukturen hat? Vielleicht hast du mich nicht richtig verstanden. Ich rede hier von Überzeugungen, über eine Art Gläubigkeit, die wir begründet haben. Alles ganz abstrakt und nicht in Dogmen oder einer Bibel festgeschrieben. Es ist immer noch nur genau das, was jeder selbst daraus macht.

Du hast vorhin die Wertvorstellungen auf die AMEN RA basiert angesprochen. Welche sind das genau?
Es geht darum ein “gutes Leben” zu führen, ein “guter Mensch” zu sein. Ich werde mich hüten hier irgendwelche Regeln aufzustellen, an die sich irgendwer halten soll. Du hast die Musik und Texte, aus denen Weiterlesen

MusikstreifzugBenea Reach = SELFMINDEAD in Metalkostüm

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Shit, ich hab mein Herz an eine alte Liebe verloren. SELFMINDEAD haben damals nach ihrer Auflösung einfach eine Lücke hinterlasen (Achim, du wirst wissen, wovon ich erzähl. Dieser Post geht übrigens speziell an DICH!). Doch jetzt ist das Nachfolgeprojekt mit überzeugendem Shit am Start! Schon mit ihrem 2006er Debüt “Monument Bineothan” konnten BENEA REACH mit ihrer fiesen Mischung aus Skandi-Groove und neurotischem Sludge überzeugen, erhielten aber eigenartigerweise (zumindest in Mitteleuropa) keine breitere Aufmerksamkeit. Auch auf dem aktuellen Album “Alleviat ” (Tabu Rec / Skandinavien: 02.2008, D: 18.07.2008 / Vertrieb: Soulfood) musizieren sich die Skandinavier nun – frei von irgendwelchen Genrebeschränkungen – munter durch alle Krachsegmente. Hat ein bisschen was von TIME TO BURN, ein bisschen was von ISIS/NEUROSIS und Konsorten – und eben eine ganze Menge von SELFMINDEAD. Es ist jedenfalls ein tierisches Biest von Album; kann mir grad nix besseres auf diesem Gebiet vorstellen!

BENEA REACH haben den selben, schleppenden, saucoolen Groove, der SELFMINDEAD so auszeichnete, rübergehievt ins Metal-Lager. Doch auch mit viel Pose und “dicke Hose” macht sich der Scheiß so unwarscheinlich cool in den Gehörgängen. Sehr ambitioniert, diese Band! Einziger Wermutstropfen: der Sackgang mit den Christen-Lyrics. Echt Scheiße! Aber der Groove, Alter! Der Groove… Witzig auch: Auf einmal sind sie WEDER Finnen NOCH Schweden, sondern NORWEGER! Naja, Hauptsache Skandinavien… Eine ganze Menge Songs und Videos kann man sich auf der Band Website anhören und -sehen. Besorgt euch dieses Album!

Benea Reach – New Waters (©Tabu)

MusikstreifzuganaLog dogs w/ digital collars

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TRAP THEM aus Seattle, Washington haben 2007 mit “Cunt Heir To The Throne” (7″, DECAY017), “Sleepwell Deconstructor” (CD/LP, DECAY019) auf Trash Art und “Seance Prime” (7″/EP, DWI66) auf Deathwish drei (!!!) klasse Releases abgeliefert. Qualitätsmäßig definitiv auf Deathwish-Niveau, heben die Jungs sich aber musikalisch von den anderen, sich oft einander doch sehr ähnelnden Bands des Labels ab. Schöner dreckiger Hardcore, der kraftvoll und zeitgemäß klingt. Oder in eigenen Worten: “Grindcore-Rock’n'Roll with the Sunlight Studio Sound”. Good stuff!

Trap Them – Digital Dogs With Analog Collars (from “Sleepwell Deconstructor” ©2007 Trash Art)
Trap Them – The Protest Hour (from “Sceance Prime” ©2007 Deathwish Inc.)

In den USA gibt es seit einiger Zeit diese sympathische Tendenz den Metal aus der “Steril-Falle” zu befreien. Ein taufrischer Beweis: JAVELINA aus Philadelphia. Das selbstbetitelte Debüt auf Translation Loss Records (CD, TL28-2) sollte eigentlich just erscheinen… Geht soundmäßig ein bisschen in Richtung BURIED INSIDE, ist musikalisch aber wesentlich straighter (MOTÖRHEAD, BLACK SABBATH). Definitiv keine glatt polierte Hochglanzscheiße, sondern einfach dreckiger, rausgerotzer (oder gekotzter?), vor sich hin scheppernder Metal-Punk mit ultrafiesen Vocals. Wenn das so weiter geht, dann mutier ich hier echt noch zum Metal-Fan, haha!

Javelina – Tyrants (from “Self Titled” ©2008 Translation Loss)

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Dreckiger, doomiger Down-Tempo-Metal kommt in Gestalt von THOU aus Baton Rouge, Lousiana. Auch hier: fieser Gesang und dreckiges Metal-Riffing. Ästhetisch definitiv eher eine DIY/HC-Geschichte. Schön, schön, schön.

Thou – The Work Ethic Myth (from “Peasant” ©2008 Level Plane/Autopsy Kitchen)

Und weil ich mich in letzter Zeit so in den aktuellsten French-Shit (YEAR OF NO LIGHT, TIME TO BURN, CALDERA, etc.) verbissen hab, zum Abschluss noch ein kurzer Beitrag zum Thema: Versucht es mal mit REVOK; eine HC-Kombo, die aber auch so ein bissel verspielte Ambient-Parts einbaut (aber nicht so postrockish). www.revok.org / myspace.com/revok2 Macht sich an einem Sonntag-Nachmittag ganz lässig in der Anlage…

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