MusikstreifzugHildur Guðnadóttir: Der perfekte Soundtrack zum nächtlichen Wandeln im Wald

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Die Cellistin Hildur Ingveldardóttir Guðnadóttir ist eine musikalisch weit gereiste Musikerin. Als festes Mitglied der Fat Cat-Band STORSVEIT NIX NOLTES und loser Teil des Folktronic-Kollektivs MÚM, ist die Isländerin nämlich u.a. auch bei Projektarbeiten mit den finnische Elektro-Dekonstruktionalisten PAN SONIC oder den Avantgarde-Noise-Experimentalisten THROBBING GRISTLE, bei neo-klassischen Duetten mit dem deutschen Avantgarde-Pianisten Volker Bertelmann aka Hauschka oder bei Bühnen-Kollaborationen mit Field Recordings-Künstler und Performer BJ Nilsen sowie in der Tätigkeit als klassische Dirigentin und Komponistin anzutreffen.

Dieses seit Jahren praktizierte Oszillieren zwischen den Sphären der Klassischen Musik und des Rock, zwischen dem Cellospiel als Beruf und dem Interesse an modernen Technologien, ist Symptom von Guðnadóttirs Versuch der frei von Genre-Assoziation erfolgenden Zusammenbringung von Tradition und Gegenwart, von Konzerthalle und Artspace, von meditativen Zuständen und energetischen Improvisationen.

“Mount A” ist das erste Solo-Album der Isländerin – und “Solo” meint hier strikt solo: der Fremdinput wurde bewusst so gering wie möglich gehalten. Guðnadóttir verzaubert den Hörer mit unglaublich bewegenden Drone-Ambient-Kompositionen. Die elf, von brummenden Celli dominierten Stücke, werden gelegentlich mit Gambe, Zither, Gamelan und Khuur angefüttert, so dass eine verträumt-gemütliche Soundwelt entsteht, die beinahe unvergleichbar eigen klingt. Besinnliche, melancholische und spannende Musik, die es schafft den Hörer zu packen und an einen fernen, friedvollen Ort zu versetzen. Auch Stephen O’Malley hebt den Daumen.

Hildur Guðnadóttir – In Grey (“Mount A”: Touch, 2010)

“Mount A” ist ursprünglich bereits 2006 unter Guðnadóttirs Alias LOST IN HILDURNESS auf dem isländischen 12 Tónar-Label erschienen und wurde jetzt in einer von Denis Blackham (u.a. auch THE WHO, MERZBOW, Jimi Hendrix) remasterten Version vom britischen Label Touch Music als non-Pseudonym-Version neu aufgelegt.

www.hildurness.com | www.touchmusic.org.uk

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