Die beunruhigende Dunkelheit, die atemberaubende Unbehaglichkeit dieser Musik ist tief in mein Bewusstsein eingedrungen und läßt mich voller Ehrfurcht vor dieser faszinierenden Geräuschkulisse erstarren. Nach der exzellenten “Amen” EP (Tape-Edition via Klangverhältnisse) im letzten Jahr, legen ∆AIMON jetzt mit “Flatliner” nach. Nebulöser Dream-Pop, fusselige Industrial-Sounds, schabende Drag-Elemente, unbequeme Drones, kratzige Texturen, Half-Step-Techno und geheimnisvoll gehauchter Gesang werden zu einer einzigartigen Sound-Melange zusammengebracht. Düsterer, unbequemer, intelligenter Neo-Synth-Pop. Unvergleichlich, herausragend!
“Flatliner” ist am 17. April 2012 beim exquisiten Tundra Dubs-Label aus San Francisco erschienen. Das Album kann auf der Bandcamp-Seite des Labels in Gänze angehört und als limitierte LP oder Download erworben werden.
Kratzige Drones schaben wie eiskalte Finger über Synthetik-Beats und psychedelische Loops. Die Rhythmik huscht gespenstisch durch das Dunkel, in welchem geisterhafte Stimmen locken, rufen, klagen. — ∆AIMON bewegen sich mit ihrer Düster-Ästhetik unverkennbar im Rahmen dessen, was seit Anfang 2010 als Witch House (aka Drag, aka Ghost Drone – vgl. De:Bug, taz, Die Zeit) durch die verdunkelten Nischen der digitalen Anderswelt namens Internet schweift.
Auf “Amen”, dem jüngst veröffentlichten Debüt der kalifornische Formation, werden synthetische Lo-Fi-Drum-Sounds, noisige Ambienzen, Synth-Pop-Melodien, nebulöse Hall-Attacken, gespenstische Samples und stark manipulierte Gesangslinien zu einem obskuren Klanggemisch zwischen New Wave, Industrial, Drone und Dubstep verbunden und mit okkulten sowie erotischen Bildern zu einer kratzigen und düsteren, rätselhaften und unbequemen Gesamtästhetik verbunden.
Anders als beim Großteil der im Kontext von Witch House entstehenden Produktionen, die sich gern in der Überstrapazierung von magischen Formeln oder allerlei okkulter Esoterik verlieren und aus blind-taubem Image-Reproduktionsbestreben nur nichtssagende Klanghülsen hervorbringen, mündet bei ∆AIMON das ironische Spiel mit okkulten Bildern eben nicht in Albernheit, erschöpft sich klangliche Adaption nicht in der bloßen Rekontextualiesierung von vorher Dagewesenem, sondern entsteht aus der geschickten Verknüpfung von Existentem etwas ganz Eigenes.
“Amen” ist als CD-R beim kalifornischen Tundra Dubs-Label erschienen. Eine europäische Veröffetnlichung steht in den Startlöchern; Updates dazu folgen demnächst!