MusikstreifzuganaLog dogs w/ digital collars

trapthem_konzert

TRAP THEM aus Seattle, Washington haben 2007 mit “Cunt Heir To The Throne” (7″, DECAY017), “Sleepwell Deconstructor” (CD/LP, DECAY019) auf Trash Art und “Seance Prime” (7″/EP, DWI66) auf Deathwish drei (!!!) klasse Releases abgeliefert. Qualitätsmäßig definitiv auf Deathwish-Niveau, heben die Jungs sich aber musikalisch von den anderen, sich oft einander doch sehr ähnelnden Bands des Labels ab. Schöner dreckiger Hardcore, der kraftvoll und zeitgemäß klingt. Oder in eigenen Worten: “Grindcore-Rock’n'Roll with the Sunlight Studio Sound”. Good stuff!

Trap Them – Digital Dogs With Analog Collars (from “Sleepwell Deconstructor” ©2007 Trash Art)
Trap Them – The Protest Hour (from “Sceance Prime” ©2007 Deathwish Inc.)

In den USA gibt es seit einiger Zeit diese sympathische Tendenz den Metal aus der “Steril-Falle” zu befreien. Ein taufrischer Beweis: JAVELINA aus Philadelphia. Das selbstbetitelte Debüt auf Translation Loss Records (CD, TL28-2) sollte eigentlich just erscheinen… Geht soundmäßig ein bisschen in Richtung BURIED INSIDE, ist musikalisch aber wesentlich straighter (MOTÖRHEAD, BLACK SABBATH). Definitiv keine glatt polierte Hochglanzscheiße, sondern einfach dreckiger, rausgerotzer (oder gekotzter?), vor sich hin scheppernder Metal-Punk mit ultrafiesen Vocals. Wenn das so weiter geht, dann mutier ich hier echt noch zum Metal-Fan, haha!

Javelina – Tyrants (from “Self Titled” ©2008 Translation Loss)

thou_liveshot

Dreckiger, doomiger Down-Tempo-Metal kommt in Gestalt von THOU aus Baton Rouge, Lousiana. Auch hier: fieser Gesang und dreckiges Metal-Riffing. Ästhetisch definitiv eher eine DIY/HC-Geschichte. Schön, schön, schön.

Thou – The Work Ethic Myth (from “Peasant” ©2008 Level Plane/Autopsy Kitchen)

Und weil ich mich in letzter Zeit so in den aktuellsten French-Shit (YEAR OF NO LIGHT, TIME TO BURN, CALDERA, etc.) verbissen hab, zum Abschluss noch ein kurzer Beitrag zum Thema: Versucht es mal mit REVOK; eine HC-Kombo, die aber auch so ein bissel verspielte Ambient-Parts einbaut (aber nicht so postrockish). www.revok.org / myspace.com/revok2 Macht sich an einem Sonntag-Nachmittag ganz lässig in der Anlage…

Musikstreifzugarghh! aquitaine, périGueux

sofy major Heut bin ich irgendwie beim französischen Label Arghh! Records hängen geblieben. Die haben nämlich einen kleinen, aber ziemlich feinen Backkatalog in petto und drei RICHTIG gute Postrock/Ambient-Platten in den Startlöchern. Wer auf Sachen aus dieser Ecke steht, sollte sich echt anschnallen, denn hier kommt in den nächsten Wochen/Monaten wirklich einiges auf uns zu!!!

Los geht es im Februar mit “Monolith” (Arghh!, Ar005, CD, 02/2008) von der britischen Formation IO. Die Stücke haben was von der Verspieltheit von EXPLOSIONS IN THE SKY oder FROM MONUMENT TO MASSES, münden aber immer wieder in brachialeren Parts, die schon fast in Richtung ISIS gehen. Das Album besteht aus den vier Songs der selbst publizierten “itwaslostinthefirewestarted” EP plus zwei ganz frisch aufgenommenen Tracks und ist das Debüt der Jungs aus Birmingham.

Im März erscheint dann “The Ancient Machine” (Arghh!, Ar006) von HADOKEN aus Massachusetts auf Vinyl. Auch diese Kombo ist relativ frisch dabei, das Album ist ihr erstes Full-Length. Sie schlagen eigentlich in eine ähnliche Kerbe wie IO – nur dass die ruhigen Parts ruhiger, GODSPEED Y!BE-mäßiger daher kommen und die lauten Parts mehr so in die Schrei-Hardcore-Ecke schielen. Erinnert mich in seiner Art ein wenig an die Level-Plane-Band BALBOA (nur ohne Gesang…) oder noch eher an deren Derivat ELDER (vgl. myspace.com/elderphiladelphia).

Die absolute Perle dann aber im April: Eine Split-12″ von THE MANTRA ABOVE THE SPOTLESS MELT MOON und GOD IS AN ASTRONAUT (Arghh!, Ar007); eine zuckersüße italienisch/irische Co-Produktion. GIAA sind sicherlich keine ganz Unbekannten; schon im letzten Jahr konnten sie auf ihrem tollen dritten Album “Far From Refuge” (Revive, RVECD008, 2007) mit verträumten, dabei aber kraftvollen Stücken begeistern. Veröffentlicht wurde das Teil damals auf dem bandeigenen Label Revive Records. Dieses Mal teilen sich die Iren also ein Arghh-Release mit den unbeschreiblich intensiven Neapolitanern von THE MANTRA ATSMM. Diese schaffen es eine gehörige Portion Energie auf den Tonträger zu bannen. Die Mittel sind dabei die herkömmlichen, aber irgendwie geschickt, knackig und sinnvoll arrangiert. Eckpunkte lauten auch hier: GODSPEED Y!BE, NORTH und EXPLOSIONS IN THE SKY. Wird hier sicher in Dauerrotation laufen…

Aber auch die älteren Arghh-Releases solltet ihr anchecken: GOODBYE DIANA überzeugen auf “Mobilhome” (12″, Ar001) tierisch verspielten, versierten Progressive/Math-Rock und erinnern dabei durchaus an JUNE OF 44, FUGAZI oder FRODUS. Dass MOTHERTRUCKER eine absolut schräge Band sind beweisen sie auf “Trebuchet” (CD, Ar004), auf der sie sich musikalisch irgendwo zwischen SLINT, ISIS und BLACK SABBATH bewegen. NO HAY DEAZ machen auf “3″ (CD, Ar003) ein Screamo/Postrock-Gebräu, ähnlich wie ENVY. Zu guter Letzt sei dann noch die überzeugende Noise/Hardcore-Band SOFY MAJOR erwähnt. Düster und schleppend bohren die sich durch ihren unbenannten Tonträger (CD, Ar002) und in die Gehörgänge des Zuhörers; ein echtes Klang-Inferno zwischen UNSANE, NEUROSIS, FRODUS und NORTH.

Anhören und -gucken könnt ihr euch den ganzen Spaß via Label Website von Arghh!-Records: www.myspace.com/arghhrecords. Dort findet ihr auch alle relevanten Links zu den Bands… Is’klaro, oder!?

MusikstreifzugMilemarker: New Lexicon (Clip)

Nicht mehr ganz frisch, aber kann man eigentlich nicht oft genug hören/sehen. Großartige Band und ein extrem guter Song… www.milemarker.org

MusikstreifzugMit etwas Krach im Rücken ins neue Jahr…

DYSRYTHMIA Crust/Hardcore beeinflusster Grindcore, der bei Zeiten in auch mal in atmosphärischen Klanggefilden wühlt, bieten uns VISCERA (www.viscera.it) aus Italien. Klingt etwa so, als wären ISIS mit CARCASS im Bett gewesen und hätten ein Grind-Kind gezeugt. Die Songs auf ihrem ersten Album “Cyclops” (Soulflesh Collector, SFC07-017, 2007) sind schön dreckig, heftig und dabei noch frisch. Krasses Zeug! Ähnlich intensiv kommen die Schweden ACHILLES LAST STAND (myspace.com/achilleslaststand1) daher, auch wenn die in eine deutlich andere Kerbe schlagen. Irgendwo zwischen Hardcore, Metal und Punk wird ein fieser, CONVERGE infizierter Krach erzeugt, der modern und groß klingt, dabei aber wunderbar bodenständig bleibt. Das aktuelle Album “The dead soil” (Deadvibrations, 2007) beschert uns mal wieder cooles Zeug aus Skandinavien. Düster, schleppend und ebenfalls ziemlich technisch kommen TEARS BEFORE (myspace.com/tearsbefore) daher. Geht ein bissel so in Richtung KISS IT GOODBYE, TODAY IS THE DAY oder CONVERGE. Bisher haben die Italiener lediglich einen Song auf der “Stones From The Sky Vol.1″ Compilation von Neurosound veröffentlicht; dieser ist auf Myspace zu hören.

Wer auf technischen Chaoscore der Marke CONVERGE und/oder DILLINGER ESCAPE PLAN steht, der sollte definitiv mal die Nordamerikaner THE FAREWELL ORDER (Leute jetzt u.a. bei PRISTINA aktiv) anchecken. Hab mir letztens deren Album schon etwas älteres Album “Araby” vom MP3-Blog the poet you never were herunter geladen und mich direkt in die Songs verliebt. Toller Kram! Ebenfalls technisch tierisch versiert und unglaublich verspielt kommt die Relapse-Band DYSRYTHMIA (dysrhythmiaband.com) daher; machen aber eher so arschcoolen Noise-/Math-Rock. Zu haben ist jetzt ihre ‘Fractures’ split w/ ROTHKO (Acerbic Noise Development, 2007).

Von der Römischen Band THE ORANGE MAN THEORY (theorangemantheory.com) gibt es ein groovig-treibendes Album namens “Riding a cannibal horse from here to…” (Indelirium, IDR012, 2005). Die Songs gehen gut nach vorne, auch wenn die gelegentlichen Singsang-Parts etwas nerven. Die vielen Tempowechsel und Spielereien machen das Album dennoch angenehm abwechslungsreich. Guten Hardcore, der Metal-Parts mit gefühlvollen Screamo-Passagen verbindet, spielt die Schwedisch-Italienische Band NON TOCCATE MIRANDA (myspace.com/nontoccatemiranda). Die Songs vom Album “The 7 Obstructions” (Synaptic Records, SYR 002, 2005) ist zwar schon etwas älter, geht aber immer noch ganz gut ins Ohr. Ebenfalls in die Screamo-Ecke schielen ANGELICA MARINER (myspace.com/angelicamariner) aus Italien. Ist aber insgesamt eher so cooler, Schweden-Style Hardcore. Groovt und drückt wie Sau. Die 4-Song-EP “On Failure And Consumption” (self released, 2007) ist jetzt ganz frisch zu haben.

MusikstreifzugSoundlandschaften made in Italy (und elsewhere…)

autokinoton

Eine ganze Armada ziemlich guter, progressiver Doom/Ambient- Experimental-Bands gibt es derzeit aus Italien. Neben den saucoolen Neapolitanern ONE STARVING DAY wissen mich vor Allem VANESSA VAN BASTEN aus Genua zu begeistern (beide übrigens mit Vinyl-Releases auf KNVBI Records). Beide Bands verstehen es vorzüglich ausgefeilte Soundlandschaften zu kreieren und Langsamkeit in eine intensive Hörerfahrung zu transformieren. Aber auch Combos wie THE DROP MACHINE, DYSKINESIA, AT THE SOUNDDAWN und THREE STEPS TO THE OCEAN können mit enormer Qualität auf diesem Gebiet überzeugen.

Ein leckeres, experimentelles Postrock/Shoegaze-Häppchen gibts auch von AUTOKINOTON aus Denver, Colorado. Leider gibts von denen derzeit kein zu erwerbendes Release; ein solches befindet sich aber in Arbeit. Großartige Promo-/Demo-Songs könnt ihr euch derweil auf myspace.com/autokinoton anhören; ansonsten haben die auch ‘ne schmucke Website! In die gleiche Kerbe schlagen NORTH aus Tucson/Phoenix, Arizona. Auf dem aktuelle Album “Ruins” (Valsè! Records, 2007) gibt es schönnen, verträumten, RED SPAROWES-like Postrock.

Coolen Country/Blues/Whatever machen die aus Island kommenden ESJA. Die Band ist unsigned und soweit ich das erkennen konnte sind da Jungs von MINUS am Start. Schicke Demo-Aufnahmen könnt ihr euch unter via myspace reinziehen!

MusikstreifzugDa wird euch sicher warm ums Herz!

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Zu allererst möchte ich euch die grandiosen ICTUS aus Spanien ans Herz legen! Die haben nämlich mit ihrem aktuellen Album “Imperivm” (Alerta Antifascista, AA45, 2007) ein wahres Meisterwerk gestemmt! Das Album besteht aus nur einem Track und wartet mit dem besten Crust/Metal/Hardcore-Gebräu auf, dass ich in den letzten Jahren gehört habe. Hut ab!!! Tragischerweise hatte die Band im Sommer auf Tour in Weißrussland einen wirklich schweren Unfall; nähere Infos dazu findet ihr unter myspace.com/ictuscore. Wer mit einer Spende helfen will, findet dort auch Angaben zu einem Spendenkonto.

Dann hab ich letztens zwei Bands vom amerikanischen Label Black Market Activities (für mich) entdeckt; nämlich KHANN aus Florida und ARCHITECT aus Syracuse, NY. Letztere spielen auf “All Is Not Lost” (Black Market Activities, BMA017-2, 2007) ziemlich intensiven, metal-lastigen Hardcore; klingt ein bissel wie ein CONVERGE-AMERICAN NIGHTMARE-Hybrid. KHANN spielen so metalinfizierten, kranken Scheiß in der Schnittmenge von sagen wir mal PG99, REVERSAL OF MAN, ED GEIN und ISIS. Das Debut-Album “Tofutopia” (Black Market Activities, BMA023-2, 2007) ist auf jeden Fall ein krasses Teil!

khann-band-2007

Ein weiteres Klanginferno dieser Sorte kommt via Midmarch Records aus England: Es trägt den Namen LAVOTCHKIN. Aktuellste Publikation der Chaoscore-Truppe aus Newcastle ist eine Split-CD mit JOSEPH (Midmarch, MMR017, 2007). Krasses, cooles Zeug! Eine ebenfalls hervorragende, noch halbwegs aktuelle Midmarch-Veröffentlichung ist die Scheibe “Ont Blood” (Midmarch, MMR015, 2007) von der schwedischen Hardcore-Combo THE GRIZZLY TWISTER.

Schönen 90er-Jahre-Skandinavien-Hardcore gibts von LIGHTHOUSE PROJECT aus Finnland auf ihrem neuen, zweiten Album “Gift” (CD: Combat Rock Industry, CRI 051, LP: Lacktop, BTR016, Sep 2007). Der typische Northcore-Sound wird hier mit an die früheren RFUSED (“Everlasting”) und NINE (“Listen”) erinnernsden Elementen kombiniert. Knallt gut!

Zwei gute, neue Platten mit französischen Bands beschert uns aktuell die Marianne vom Schweizer Label Ape Must Not Kill Ape. Da gibts jetzt die HIRO/BRUME RETINA Split 10″ (Ape Must Not Kill Ape, APE31). HIRO sind die Überreste von GANTZ und in diese Richtung geht der Spaß dann auch. Zweites Highligt und noch einen Tick besser als die zuvor genannte Platte ist das Album von LE PRE OU JE SUIS MORT (Ape Must Not Kill Ape, APE27, 2007). Klassischer Screamo auf labeltypisch hohem Niveau.

TextwerkOxbow – Das auditive Testament der gescheiterten Menschheit. Ein Interview mit Eugene Robinson.

oxbow_live

Eine tatsächlich schwere Band: beeindruckend und Furcht einflößend. Man hat Angst, nahe vor die Bühne zu treten, auf der sich der hünenhafte Eugene Robinson (voc) entkleidet, windet, wimmert, schreit und verstört wirkend verstörend wirkt, während Dan Adams (bs), Greg Davis (dr) und Niko Werner (git) geschickt erdiges Soundpatchwork betreiben, dass sich wie eine Schlinge um den Hals legt, aber dann unerwartet, wie eine Faust direkt in die Magenkuhle schlägt. Man hat aber ebenso Angst den Platz vor der Bühne zu verlassen, denn da passiert etwas, was es in diesem Ausmaß höchst selten gibt: Eine musikalische, intellektuelle und physische Herausforderung. Das erste Album erschien im Jahr 1990. Fünf weitere Alben sowie diverse Kleinformate sind seitdem entstanden, einige in Zusammenarbeit mit Steve Albini. Nach Releases auf SST, Neurot, u.a. veröffentlichen OXBOW jetzt via Aaron Turners (ISIS) Label Hydrahead. Zur Präsentation des neuen Albums “The Narcotic Story” weilten OXBOW im Juni in Europa. Folgende Konversation fand mit Eugene Robinson statt. (Foto: Steffi Loos/Fotokombinat)

Wie würdest du OXBOW jemanden beschreiben, der euch nicht kennt?
OXBOW ist post-suizider Sound, erzeugt von Leuten, die versuchen herauszufinden was genau schief gegangen ist.

Und gibt es schon Erkenntnisse?
Ja, sechs Alben voll davon.

Auf eurer Website hab ich die Aussage gefunden: “the basic source for all Oxbow music and lyrics is love gone bad”. Was hat es damit auf sich?
Nun, das war der Hauptantrieb für “Fuckfest” (Debutalbum von 1990, Anm.d.V.). Ohne “Fuckfest” gäbe es “King of the Jews” nicht. Auch “Let me Be A Woman” nicht, oder “Serenade in Red”, oder “An Evil Heat”, oder “The Narcotic Story”. Gäbe es einen Tag an dem alles rings um uns herum in Ordnung wäre, so wären wir wohl eher damit beschäftigt das zu genießen, als etwas so krankhaft selbstaufmerksames zu machen wie Songs schreiben.

In eurer Musik erkennt man gewisse Blues- und Rock-Einflüsse, in ihrer Gesamtheit ist sie aber doch recht eigen. Wo sind eure musikalischen Wurzeln? Und wo wollt ihr musikalisch hin?
Die Wurzeln? Jede Art seltsamer klassischer Musik, nahöstliche Musiken, amerikanischer Blues und R&B. Alles was jeder hört oder gehört hat. Keine Ahnung, wo wir uns musikalisch hinbewegen. Es gibt keinen Rosettastein für unser Schaffen. Unsere Musik folgt Weiterlesen

PerlentauchgangZegota | Namasté

“Namasté” (CrimethInc., 2001) beginnt aussergewöhnlich: mit einem Percussion-Intro. Die ersten zwei Minuten des 9:27 Minuten langen Instrumental-Stückes sind nur Trommeln zu hören, dann setzt langsam Gitarren-Feedback und einige zarte, aufgelöste Akkorde ein – das ganze steigert sich dann in den nächsten Minuten bis zum Höhepunkt und macht auf jeden Fall eines unmissverständlich klar: Standard-Punk/Hardcore gibts hier NICHT zu hören! Die Jungs von Zegota sind wahre Weltbürger: Sie stammen ursprünglich aus North Carolina, USA, aber sind mittlerweile vielfältig in der Welt aktiv. Der Drummer hat einige Zeit Musik in Afrika studiert, der Sänger an enem biologischen Landwirtschaftsprojekt in den USA mitgewirkt, während der Basser aktives Squatting in Amsterdam betrieb und der Gitarrist als Teil der Gruppe Kulturkampanjen für autonome Freiräume in Schweden kämpfte. Hardcore/Punk nicht nur als abgelutschtes Musikgenre, sondern als Lebensinhalt. Zegota bilden gemeinsam einigen ähnlichen Bands eine neue Generation des Hardcore: man bewegt sich abseits der glattgebügelten Hochglanzformate, spielt hymnische, dreckige Songs, die aber eigenständig und innovativ genug sind, um nicht wie irgend eine andere Band zu klingen. Man lässt sich Zeit die Songs zu entwickeln und die Freiheit unerwartetes so natürlich klingen zu lassen, als hätte es nie eine andere Option gegeben. Die Texte sind durchgehen politisch engagiert und leidenschaftlich, voller Ernst und Idealismus. Kommt in wunderschöner Verpackung und mit aufwändigem Booklet. Essentiell, das hier! Sollte man kennen…

Zegota – Thrones For The Worthy (“Namasté”: CrimethInc, 2001)
www.myspace.com/zegota

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