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	<title>Klangverhältnisse &#187; Textwerk</title>
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	<description>Anmerkungen und Hirnkrämpfe zu Ästhetik von Schall und Rauch. Beiträge zu diversen Erscheinungsformen des kulturellen Phänomens Musik.</description>
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		<title>Thou &#8211; Immer in Bewegung, immer voran</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 21:36:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>klngvrhltnss</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Diskografie von THOU liest sich schon beeindruckend: seit 2007 &#8211; also in den letzten drei Jahren! &#8211; hat die Band aus Baton Rouge, Louisiana nun drei Alben, sechs EPs und acht Split-Releases veröffentlicht. Auf dem unlängst veröffentlichten Langspieler „Summit“ haben die Jungs nach dem von ihnen bekannten und gewohnten Prinzip NEUROSIS-Doom, bluesigen Hardcore und [...]<a href="http://www.klangverhaeltnisse.de" target="_blank">www.klangverhaeltnisse.de</a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.klangverhaeltnisse.de/wordpress/wp-content/uploads/thou-interview-pic.jpg" alt="thou-interview-pic" title="thou-interview-pic" width="570" height="240" class="aligncenter size-full wp-image-7965" /></p>
<p><strong>Die Diskografie von THOU liest sich schon beeindruckend: seit 2007 &#8211; also in den letzten drei Jahren! &#8211; hat die Band aus Baton Rouge, Louisiana nun drei Alben, sechs EPs und acht Split-Releases veröffentlicht. Auf dem unlängst veröffentlichten Langspieler „Summit“ haben die Jungs nach dem von ihnen bekannten und gewohnten Prinzip NEUROSIS-Doom, bluesigen Hardcore und verschleppte Black Metal-Elemente mit zermürbend walzender Zähigkeit zu einer derben und schlammig-fiesen Soundmasse vermengt. Das ist ihnen derart überzeugend gelungen, dass sich nun die Doom-Avantgardisten von Southern Lord der US-Südstaatler angenommen haben und die Scheibe als Doppel-Vinyl veröffentlichen werden. Neben der erneut respektabel verwirklichten Verklanglichung ihrer Weltsicht, ist es aber vor Allem die beeindruckende Arbeitsethik, welche die Band zu einer positiven Ausnahmeerscheinung in der gegenwärtigen Independent-Klanglandschaft macht. THOU haben eine klare Vorstellung davon was sie wollen und beweisen enorm viel Rückgrat bei der Realisierung dessen. In der erfolgreichen Kombination aus harter Arbeit und querstellender Konsequenz zeigt die Band relativ erfolgreich einen möglichen, gangbaren Weg für DIY-Bands im Post-Label-Zeitalter auf und ist damit so etwas wie ein Musterbeispiel.</strong></p>
<p><strong>Was ist euer genereller Ansatz eine Rock-Band wie THOU zu betreiben?</strong><br />
Wir haben alle einen DIY-Punk-Hintergrund und in diesem Sinne betreiben wir auch die Band: wir haben keinen Booking-Agenten, keinen PR-Beauftragten und keinen Manager. Es gibt weder Sound-Crew noch Tourbus oder Business-Plan. Wir schreiben Musik, an der wir alle Spaß haben. Wir spielen nur solche Konzerte, die wir alle spielen möchten und nur an Orten die wir alle sehen möchten und nur für Leute, mit denen wir alle unsere Zeit verbringen möchten. Im Endeffekt läuft es für uns einfach darauf hinaus, unser Begehren zu befriedigen, Musik zu kreieren, auf die wir alle stolz sind und aus diesem Prozess noch so viel Vergnügen wie nur möglich zu ziehen. Wir fühlen uns nicht wirklich irgendeiner externen Erwartung wie wir zu klingen oder zu handeln haben verpflichtet. Sollten wir uns eines Tages dafür entscheiden lieber eine 311-Cover-Band zu sein, wäre das für uns kein Problem und in Sekunden getan.</p>
<p><strong>Ihr habt seit 2007 insgesamt drei Alben und ein gutes Dutzend EPs und Splits veröffentlicht. Neben den Arbeiten und Aufnahmen zu diesen Scheiben wart ihr ständig auf Tour. All das verlangt gewisse Ressourcen an Geld, Zeit, Energie und Enthusiasmus. Wie könnt ihr euch das leisten?</strong><br />
Mit Hängen und Würgen! Wir haben alle feste Jobs und diese sind wesentlich dafür verantwortlich, dass wir nicht so ausgiebig touren können, wie wir das gerne würden. Statt also sechs Monate am Stück zu fahren, mussten wir bisher immer enorm erfinderisch sein, um so viele Shows wie möglich in extrem kurze, mögliche Zeitfenster zu packen. Wir spielen oftmals zwei Gigs pro Tag, wenn sich diese Möglichkeit während unserer Touren oder kürzeren Wochenendtrips ergibt. Wenn wir nicht auf Tour sind, treffen wir uns im Proberaum, um zu üben, neue Songs zu schreiben oder die Platten zusammen zu stellen. Wir spielen auch viel hier in der Gegend. Alle Mitglieder von THOU sind in mindestens einer weiteren Band, manche zudem als Konzertveranstalter tätig. Ich arbeite auch noch in einem lokalen Infoladen namens The Iron Rail und habe soeben das Label Howling Mine gegründet. Ich denke alle diese Aktivitäten außerhalb der Band demonstrieren unseren Willen und Enthusiasmus etwas zu kreieren. Statt durch das Fokussieren auf nur ein Betätigungsfeld auszubrennen, beschäftigen wir uns mit vielerlei Ideen, Blickrichtungen und Personen und können daraus wiederum Inspiration für THOU ziehen. Das hält uns auf Trab und davon ab fade, ausgelutschte Musik zu machen. <span id="more-7962"></span></p>
<p><strong>Eure düstere, wütende Musik und die Texte legen nahe, dass ihr mit einigen euch umgebenden Dingen nicht so recht einverstanden seid. Wie ist eure Sicht auf moderne westliche Gesellschaften? In welche Richtung bewegt sich die Menschheit?</strong><br />
Ich hoffe die Zukunft, die Menschheit bewegt sich entweder in Richtung seiner vollständigen und vollkommenen Zerstörung oder in Richtung Transzendenz zu einem anarchistischen Utopia. Zum größten Teil sehe ich die westliche Kultur als eine Kultur des ungebremsten Exzesses, der eigennützigen Habgier und der vollständigen Dekadenz. Aber ich habe noch einen Funken Hoffnung, dass wir etwas daran ändern können, bevor es uns tatsächlich gelingt die Menschheit und den größten Teil des Lebens auf diesem Planeten auszulöschen.</p>
<p><strong>Siehst Du Musik nur als Ausdrucksvehikel für Gedanken und Gefühle oder bist Du der Meinung, dass sie durchaus einen wirklichen Effekt auf bestimmte Aspekte des Lebens haben kann? </strong><br />
Für die meisten Leute da draußen ist Musik nichts weiter als ein Hintergrundgeräusch in ihrem Alltag. Ich glaube aber, dass Musik das Leistungsvermögen hat, Leute auf einem tiefer greifenden Level zu beeinflussen; sie kann den Wahrnehmungsradius vergrößern oder neue Ideen und Werkzeuge für den Umgang mit den Schwierigkeiten des Daseins mit auf den Weg geben. Ich glaube nicht, dass Musik als Anleitung für das Leben taugt, aber sie kann mit Sicherheit ein Katalysator für Wandel sein.<br />
<strong><br />
Die visuelle Präsentation von THOU weist eine gewisse Konstanz und Konsistenz auf. Gibt es ein konkretes Konzept hinter diesem Stil? Wenn ja, in welcher Verbindung steht der zur Musik?</strong><br />
Diese allgemeine Ästhetik der optischen Präsentation hat sich über die Jahre entwickelt. Ich veranstalte seit Jahren Konzerte in New Orleans und gestalte dafür immer stark von Daniel Fox beeinflusste Poster. So habe ich im Laufe der Zeit eine enorme Sammlung von Cliparts sowie Abbildungen von Holzschnitzereien und Kupferstichen zusammengetragen; eine Sammlung aus der ich immer wieder gerne schöpfe. Wenn es darum geht, welche Motive wir für eine bestimmte Platte verwenden, dann hängt das einzig von den jeweiligen Themen des Projekts ab. Die einzige Konstante von Album zu Album die ich sehe ist, dass wir uns jeweils auf das Gesamtartwork konzentrieren, statt alles mit Band- und Songnamen voll zu kleistern.</p>
<p><strong>Obwohl ihr selbst das Internet als Werkzeug zur Verbreitung eurer Ideen nutzt, lehnt ihr Massenphänomene wie Facebook, Myspace und Twitter, die mittlerweile auch auf dem DIY-Sektor als wichtige Promotion-Tools akzeptiert werden, rigeros ab. Warum?</strong><br />
THOU ist auf Kriegsfuß mit dem Spektakel, mit Leviathan und mit Social Networking. Unser Problem mit dieser Art Webseiten ist, dass sie eine verwässerte, ungenaue Version von Erfahrung liefern. Anstatt tatsächliche Beziehungen zu Menschen zu hegen, katalogisieren Benutzer auf den von dir genannten Seiten ihre vermeintlichen Freunde sowie ihre im wesentlichen bedeutungslosen Interessen und treten in eine Art Wettbewerb des Hippen, Coolen und Obskuren. Das ist ganz einfach sinnlos und, was noch viel schlimmer ist, lenkt von echten Erfahrungen und Beziehungen ab. Wir haben zwar auch noch eine Myspace-Seite aus älteren Tagen, diese ist aber nur noch Platzhalter für unsere richtige Website, über die wir komplette, werbefreie Kontrolle haben. Wir haben kein Interesse daran unsere Band irgendwie großartig zu bewerben. Uns genügt es aktuelle Informationen und unsere Musik verfügbar zu machen. Wir haben kein Street Team, wir schalten keine Anzeigen, außer um Touren zu promoten, wir wollen nicht tweeten, was wir zum Frühstück gegessen haben. Wir lassen lieber den Inhalt unserer Platten sowie unsere Konzerte sprechen. </p>
<p><strong>Welche Pfade bevorzugt ihr im Internet und warum?</strong><br />
Wir haben eine optisch recht minimalistische Website, auf der wir all unsere Musik, Texte, Informationen über Konzerte, Links zu Reviews und so weiter archivieren. Das Internet  sollte unserer Meinung nach nur als Werkzeug zur Generierung von Wissen und zur Beschaffung von Informationen die im echten Leben nützlich sind dienen. Alles andere ist belangloses Entertainment. </p>
<p><strong>Wer oder was inspiriert euch?</strong><br />
Die Polizei und Politiker überall auf dieser Welt; die massive Rohöldecke, die die Golfküste vor unserer Haustür unkenntlich macht; die Aufrechterhaltung eines körperlich und geistig gesunden Lebensstils; physische und mentale Selbstzerstörung; Freundschaft und Verrat; Missoula, Montana. Außerdem Fiona Apple, Gene Wolfe, THE BODY, FELL VOICES, ASH BORER, KOWLOON WALLED CITY, MOLOCH, Woodsmoke, Feast of Tentacles, Dischord und Vendetta Records.</p>
<p><strong>Ihr habt unlängst ein neues Album veröffentlicht. Was hat sich damit bezüglich Musik, Konzept, Inhalt und externer Wahrnehmung geändert?</strong><br />
Musikalisch empfinde ich „Summit“ als Kumulierung von dem, womit wir auf den EPs experimentiert haben: es gibt viel Melodisches in Kombination mit Monster-Riffs. Ich denke es ist auch ein kleiner Black Metal-Einfluss, als Interpretation des Genres in „unserem“ Kontext, zu vernehmen. Thematisch ist diese Scheibe etwas positiver als frühere Veröffentlichungen. Es ist weniger eine Verächtung der Zustände, als eine Darstellung unserer Hoffnungen und Vorstellungen davon, wie die Dinge sein könnten. Bezüglich der öffentlichen Wahrnehmung kann ich bisher sagen, dass die Leute das Album zu mögen scheinen, was echt ein tolles Gefühl ist, wenn es um die Musik geht, die man selbst so gern hat.</p>
<p><a target="_blank" href="http://noladiy.org/thou.html"  onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/noladiy.org/thou.html?referer=');">noladiy.org/thou.html</a></p>
<p><em>&copy; Beitrag erschienen in <a target="_blank" href="http://www.ox-fanzine.de"  onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.ox-fanzine.de?referer=');">OX #93 (Dez 2010/Jan 2011)</a>.</em></p>
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		<title>Giardini Di Mirò &#124; Il Fuoco</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 12:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>klngvrhltnss</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit „Divding Opinions“ hatten GIARDINI DI MIRÒ 2007 eines der stärksten Indie-Rock-Alben des frühen 21. Jahrhunderts abgeliefert. Während außerhalb ihres Heimatlandes jedoch kaum jemand davon Notiz nahm, gehört die Band in Italien spätestens seit dem zu den Großen der Indie-Szene. Sämtliche zaghaft tastenden Suchbewegungen, all die behutsam ausgeübten Selbstentdeckungsprozesse der Vorgängerwerke schienen auf diesem Album [...]<a href="http://www.klangverhaeltnisse.de" target="_blank">www.klangverhaeltnisse.de</a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.klangverhaeltnisse.de/wordpress/wp-content/uploads/giardinidimiro-ilfuoco.jpg" alt="giardinidimiro-ilfuoco" title="giardinidimiro-ilfuoco" width="175" height="175" class="alignleft size-full wp-image-6868" /> </p>
<p>Mit „Divding Opinions“ hatten GIARDINI DI MIRÒ 2007 eines der stärksten Indie-Rock-Alben des frühen 21. Jahrhunderts abgeliefert. Während außerhalb ihres Heimatlandes jedoch kaum jemand davon Notiz nahm, gehört die Band in Italien spätestens seit dem zu den Großen der Indie-Szene. Sämtliche zaghaft tastenden Suchbewegungen, all die behutsam ausgeübten Selbstentdeckungsprozesse der Vorgängerwerke schienen auf diesem Album zu ihrem jeweiligen Höhepunkt zusammen gekommen zu sein. In seiner äußerst gelungenen Kombination von Pop-Appeal, Musikalität, weichmütiger Melancholie und ja, auch ein wenig Weinerlichkeit, sollte das Album so etwas wie ein Endpunkt aller bisherigen Entwicklungen der zehnjährigen Bandgeschichte sein. Nur, wie macht man nach so einem Album weiter? Wie das Niveau halten, ohne sich selbst nachzuahmen? Wie sich sinnvoll neu erfinden, ohne einen komplett Bruch zu erzeugen? </p>
<p>Die Reaktion von GIARDINI DI MIRÒ ist eine Ausweichbewegung, die eine konkrete Antwort gewissermaßen vertagt. Das vorliegende Werk ist nämlich das Resultat eines vom Nationalen Kinomuseum Italiens erteilten Kompositionsauftrages und somit eben kein originäres Album. Die Band hatte den Zuschlag für eine Neuvertonung von Giovani Pastrones Stummfilm „Il Fuoco“ bekommen – einem Meisterwerk des italienischen Kinos des frühen 20. Jahrhunderts. Ein solches Projekt bietet natürlich Raum für eine gewisse Experimentalität – und GDM wissen diesen Raum mit Klängen und Ideen zu füllen, für die auf einem „normalen“ Album kein Platz wäre. Die Kompositionen orientieren sich in ihrer Dramatik am Grundriss des Plots: Die drei, den Verlauf der leidenschaftlich-morbiden Liebesgeschichte beschreibenden Kapitel „La Favilla“ (Der Funke), „La Vampa“ (Die Flamme) sowie „La Cenere“ (Die Asche), finden in elegischer schleppenden Soundexplorationen ihre verklanglichten Entsprechungen. Mit rockinstrumental kreierten Ambienzen werden huschende Schatten, knisternde Feuer, zarte Lichtfäden, weiche Blenden und harte Schnitte klangmalerisch nachgebildet. Für ihre effektvollen Darstellungen und Ausführungen nehmen sich GIARDINI DI MIRÒ sehr viel Zeit und geizen dabei nicht mit Kitsch.</p>
<p>Als eine an Bildern entlang gewachsene Musik funktioniert „Il Fuoco“ auch ohne visuelle Hilfestellung erstaunlich gut. Soll heißen: Da wo andere Projekte dieser Art ohne die Filmbilder gern mal hoffnungslos in die Knie gehen, kann das Werk der Norditaliener auch durchaus ohne Bilder bestehen. Als an von Fremden geistig-kreativ entwickeltem Material gebundene Musik fehlt den Komposition dennoch einfach eine künstlerische Eigenheit, weshalb sie auch ein gutes Stück von der Brillianz von etwa „Dividing Opinions“ entfernt ist. „Il Fuoco“ ist sicherlich keine musikalische Offenbarung, aber eine gekonnt in Szene gesetzte, auch nur für sich funktionierende Filmmusik.</p>
<p><strong>City Centre Offices | CD: Towerblock048 | Oktober 2010</strong><br />
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<p><em>&copy; Beitrag veröffentlicht auf <a target="_blank" href="http://www.roteraupe.de"  onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.roteraupe.de?referer=');">RoteRaupe.de (Oktober 2010)</a>.</em></p>
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		<title>Health &#124; Disco2</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Aug 2010 08:12:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>klngvrhltnss</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die lärmigen Klangverschachtelungen von HEALTH klingen wie die Vertonung einer düsteren Zukunftsvision von einem verdrecktem, in desolatem Zustand befindlichem Weltraum. Das Krachfaszinosum aus Los Angeles bewegt sich damit in (s)einer ästhetischen Zwischenwelt: In Sound, Form und Instrumentarium dem Noiserock eng verbunden, machte es einerseits absolut Sinn das Weirdo-Ensemble in diese Ecke zu schieben. Andererseits aber [...]<a href="http://www.klangverhaeltnisse.de" target="_blank">www.klangverhaeltnisse.de</a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.klangverhaeltnisse.de/wordpress/wp-content/uploads/health_disco2.jpg" alt="health_disco2" title="health_disco2" width="175" height="175" class="alignleft size-full wp-image-4666" /> Die lärmigen Klangverschachtelungen von HEALTH klingen wie die Vertonung einer düsteren Zukunftsvision von einem verdrecktem, in desolatem Zustand befindlichem Weltraum. Das Krachfaszinosum aus Los Angeles bewegt sich damit in (s)einer ästhetischen Zwischenwelt: In Sound, Form und Instrumentarium dem Noiserock eng verbunden, machte es einerseits absolut Sinn das Weirdo-Ensemble in diese Ecke zu schieben. Andererseits aber greift diese Zuordnung auch meilenweit zu kurz, denn sie assoziiert Anderes, als die als offensiv ausgeführte Arschtritte für die zum Standard gewordene Kuscheligkeit im Rock vorgetragenen Rock-Dekonstruktivismen und discoaffinen Psychperimente des Quartetts. Der bizarre Soundkosmos von HEALTH besteht eben nicht nur aus überaus prächtig brachialen Noisefrickeleien, sondern eben auch aus einer subtil eingeflochtenen Vorliebe für Synths und Disco. </p>
<p>Die klingende Bestätigung dessen liefern die immer wieder intendiert gesetzten Schulterschlüsse seitens der Band mit erlesenen Knöpfchendrehern der Tanzbodenfraktion. Wie schon 2007, als das fertige, selbstbetitelte Album anschließend nochmals in die Hände anderer begabter Soundtüftler gegeben wurde und ein Jahr später als „Disco“ quasi-reinkarniert das Licht der Welt erblickte, wurde nun das starke, wiederum  stark von den Remixen des eigenen Vorgängers beeinflusste 2009er Machwerk „Get Color“ zur soundtechnischen Umkrempelung freigegeben: eine ausgewählte Créme de la Créme, der u.a. JAVELIN, GOLD PANDA und natürlich auch die alten Kumpel von CRYSTAL CASTLES angehören, durfte nach belieben an den Rohstoffen herum basteln. Diese extern konsultierte Musikalität hat den biestigen Originalen die sperrige Stressigkeit operativ entfernt und statt dessen eine gespenstisch-mystisch wabernde Tanzbarkeit injiziert. Zwar scheint die typisch flirrende Schrägheit der Originale noch immer durch das Klangdickicht (oder findet sich teilweise sogar verstärkt), die bisweilen rhythmische Vertracktheit des Ursprungsmaterials wurde aber zu einer straighten, glatten Dancefloortauglichkeit zurecht gebogen. </p>
<p>Das Ergebnis nennt sich „Disco2“ und ist eher als Compilation denn als wirkliches Album zu sehen. Tracks wie „Before Tigers“, „Die Slow“ und „Nice Girls“ finden sich in jeweils zwei Remix-Varianten auf der Playlist wieder, wohingegen andere Stücke von „Get Color“, wie etwa das prädestiniert für eine solche Art der Behandlung erscheinende „We Are Water“, hier gar nicht (bzw. nur auf der erweiterten Sonderausgabe) vertreten sind. Die Qualität der Bearbeitungen schwankt erwartungsgemäß beträchtlich, was einen recht inkonsistenten Höreindruck hinterlässt. Während z.B. die CRYSTAL CASTELS Version von „Eat Flesh“ sonderbar blass bleibt und damit enttäuscht, wissen andere Soundeditoren wesentlich überzeugenderes abzuliefern: So kitzelt etwa CFCF ein relaxtes Südsee-Feeling aus dem verstörenden „Before Tigers“ und TOBACCO verwandeln das rumpelig-kratzige „Die Slow“ in ein ober-coolen, deepen Club-Smasher. Alles in Allem wirken die Bearbeitungen deutlich zurückhaltender, chilliger, aufgeräumter als die Originale &#8211; und zeigen warum eine solche Remix-Orgie eventuell auch Sinn machen kann: Die Fremdannäherung verleiht dem Ausgangsmaterial eine Art dritte Dimension, erlaubt eine perspektivisch verschobene Betrachtung von diesem und macht Nuancen hörbar, auf die sonst wohl niemals die Aufmerksamkeit gerichtet worden wäre.</p>
<p>Und doch stehlen HEALTH all den ihr Werk remixenden Kollegen die Show: mit „USA Boys“ gibt es nämlich gleich zu Beginn des Albums auch einen gänzlich neuen Track der Kalifornier zu hören, der wohl auch Dank der Mitarbeit von Alan Moulder (MY BLOODY VALENTINE, NINE INCH NAILS, DEPECHE MODE) die Perle dieser Scheibe geworden ist. Er fungiert als so etwas wie der Richtungsgeber oder äußere Rahmen für „Disco2“ und klingt so, wie HEALTH klingen würden, wenn sie sich selbst remixten. Das lässt erahnen, welch interessantes Resultat es geben könnte, wenn die Kalifornier von anderen Musikern in der Art Material zum Editieren zur Verfügung gestellt bekämen, wie sie es anderen zugänglich machen.</p>
<p><strong>City Slang | CD | 26.Juli 2010</strong><br />
<a target="_blank" href="http://www.cityslang.com"  onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.cityslang.com?referer=');">www.cityslang.com</a> | <a target="_blank" href="http://www.healthnoise.com"  onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.healthnoise.com?referer=');">www.healthnoise.com</a></p>
<p><em>&copy; Beitrag veröffentlicht auf <a target="_blank" href="http://www.roteraupe.de"  onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.roteraupe.de?referer=');">RoteRaupe.de (Juni 2010)</a>.</em></p>
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		<title>White Hills &#124; Berlin, White Trash, 17.03.10</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 09:05:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>klngvrhltnss</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal muss man sich in die Keller der Urbanität begeben, um die Berge sehen zu können! Und so landet man dann mittwochabends in einem dunkel-feuchten Gewölbe und starrt gemeinsam mit etwa zwei Dutzend anderen Menschen auf das bizarre Geschehen, was sich auf der in helles Scheinwerferlicht getauchten, kleinen Bühne am Ende des beinahe endlosen Raumschlauchs [...]<a href="http://www.klangverhaeltnisse.de" target="_blank">www.klangverhaeltnisse.de</a>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.klangverhaeltnisse.de/wordpress/wp-content/uploads/WhiteHills-Concert.jpg" alt="WhiteHills-Concert" title="WhiteHills-Concert" width="570" height="220" class="alignnone size-full wp-image-5805" /></p>
<p>Manchmal muss man sich in die Keller der Urbanität begeben, um die Berge sehen zu können! Und so landet man dann mittwochabends in einem dunkel-feuchten Gewölbe und starrt gemeinsam mit etwa zwei Dutzend anderen Menschen auf das bizarre Geschehen, was sich auf der in helles Scheinwerferlicht getauchten, kleinen Bühne am Ende des beinahe endlosen Raumschlauchs ereignet. Am rechten Bühnenrand steht ein mit Glitzer im Gesicht bemalter Gitarrengnom, mit den wahrscheinlich kürzesten Beinen im Rock-Business, aber so dermaßen schnellen Fingern, dass einem beim Hinschauen schwindelig wird. In der Bühnenmitte schwebt die Bassistin auf einer Arroganzwolke: Instrument mit durchsichtigem Korpus, Catsuit, Null-Blick. Links davon steht eine wild in der Luft umher fuchtelnde, feminine Ausführung von Mr. Spock, deren wirr anmutendes Gestikulat nicht Resultat geistiger Umnachtung, sondern Bedienung eines wunderbaren Moog Theremins ist. </p>
<p>Drei Hingucker in vorderster Front also – und doch ist der heimliche Star des Abends ein anderer. Unscheinbar und friedlich wie ein vergessener Lennon-Sohn sitzt in Reihe zwei mit Batikshirt und Langhaarfrisur der Drummer hinter seinen Riesenkesseln und malträtiert diese so tight, kraftvoll und ausfüllend, dass einem nicht nur der Atem weg bleibt, sondern auch lebendige Erinnerungen an ZEPPELIN-Bonzo ins Oberstübchen gerufen werden. So bizarr diese Konstellation optisch anmutet, so derb liegen die WHITE HILLS in den Ohren. Das auf den Tonträgern des Quartetts vordergründige 60s-psych-Moment rückt im Konzert in den Hintergrund. Stattdessen dominiert akustische Intensität, ja geradezu Brachialität. Da werden enorme Berge aus wahnsinniger Lautstärke, monströsem Sound, massivem Riffing, erschütternder Trommelei und knurrige Tieffrequenzondulationen aufgeschüttet. Berge so hoch, schroff und atemberaubend, dass der Zuhörer nur ehrfürchtig da stehen, staunen, wirken lassen kann. Bezwingbar ist dieser Brocken nicht! Dass sich die Band mit ihrem von Fuzz und Modulationseffekten dominierten, ausschweifenden, frickeligen Klangstücken ein ums andere Mal in der eigenen Weitläufigkeit zu verzetteln droht, stört ob der zwar durchaus mit Hang zum Theatralischen, aber mit so viel Herzblut dargeboten Perfomance nicht. Optisch ist das tierisch schräg, lautstärketechnisch die Hölle und musikalisch einfach atemberaubend. </p>
<p>Die WHITE HILLS sind ein absoluter Koloss, ein von Sturzfluten aus betörendem Lärm umspülter Apokalypsetraum. Sie verbinden New-York-Bohème mit Rock-Urschleim und kreieren daraus eine absonderliche Mischung, die ästhetisch so tut, als hätte es Punk und den ganzen nachfolgenden Rattenschwanz an musikstilistischen Entwicklungen nie gegeben, ihm im Geiste aber gar nicht so fern bleibt. Ohne sich einem Style zu unterwerfen, ohne darauf zu schielen was „im Trend“ ist und ohne jeglichen Kompromisse zu machen, stellt sich die Band auf die Bühne und macht, zuweilen recht krautrockig, aber immer auch kritisch und kraftvoll, einfach das, was sie will: lauten, arschtretenden Rock. Ein für wahr schräges Konzerterlebnis.</p>
<p><a target="_blank" href="http://www.whitehillsmusic.com/"  onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.whitehillsmusic.com/?referer=');">www.whitehillsmusic.com</a></p>
<p><em><img src="http://klangverhaeltnisse.de/grfx/icon_creativecommons.png" class="cc"> Beitrag erschienen in <a target="_blank" href="http://www.ox-fanzine.de"  onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.ox-fanzine.de?referer=');">OX #90 (Juni/Juli 2010)</a>.</em></p>
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		<title>Year Of No Light &#124; Ausserwelt</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 20:58:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>klngvrhltnss</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine gefühlte Ewigkeit ist seit dem atemberaubendem Erstling „Nord“ vergangen – und die ins Land gezogenen Jahre haben ihre Spuren bei YEAR OF NO LIGHT hinterlassen. So wurde etwa der bisherige Sänger wegen anhaltender Kontraproduktivität von seinen Aufgaben entbunden. Nach Ersatz wurde gar nicht erst gesucht; die Band aus Aquitanien verzichtet auf dem neuen Machwerk [...]<a href="http://www.klangverhaeltnisse.de" target="_blank">www.klangverhaeltnisse.de</a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.klangverhaeltnisse.de/wordpress/wp-content/uploads/yearofnolight-ausserwelt.jpg" alt="yearofnolight-ausserwelt" title="yearofnolight-ausserwelt" width="300" height="300" class="alignleft size-full wp-image-4642" /> Eine gefühlte Ewigkeit ist seit dem atemberaubendem Erstling „Nord“ vergangen – und die ins Land gezogenen Jahre haben ihre Spuren bei YEAR OF NO LIGHT hinterlassen. So wurde etwa der bisherige Sänger wegen anhaltender Kontraproduktivität von seinen Aufgaben entbunden. Nach Ersatz wurde gar nicht erst gesucht; die Band aus Aquitanien verzichtet auf dem neuen Machwerk komplett auf Gesangsbeiträge. Dennoch ist eine Frischblutzufuhr erfolgt: Das Ensemble wurde nämlich um einen zweiten Schlagzeuger sowie einen dritten Gitarristen aufgestockt. Die personellen Veränderungen haben gemeinsam mit einem musikalischen Reifungsprozess auch zu hörbaren Veränderungen geführt. Die auf dem Debüt noch überdeutlichen Anteile von Düster-Hardcore der Marke URANUS sind nur mehr als weit entfernte Einflüsse zu vernehmen. Vorbei sind die Zeiten der ungebremsten Äußerung von Wut und Verzweiflung. Die spröde Unmittelbarkeit früherer Tage ist einer distanziert-reflektierten Erhabenheit gewichen. YONL klingen jetzt breiter und filigraner als je zuvor, haben deutlich an Tiefgang hinzu gewonnen. „Ausserwelt“ beginnt mit einem Leuchten, setzt sich auf dunkleren Pfaden fort und endet in völliger Schwärze. Diese Leitfaden-Wirkung ist durchaus intendiert und sowohl Teil, als auch Ergebnis des motivisch angehauchten Arbeitsansatzes der Band. Namensgebung und Klangmaterial beziehen sich auf das abstrakte Konzept einer Zwischenwelt, welche Anteile von Realität, aber auch Bruchstücke von Unbekanntem, Unsichtbarem enthält. Das Album ist nun wie eine Reise in diese Welt konzipiert; eine Reise, die in erster Linie eine introspektive ist. Mit dieser programmatischen Aufladung des musikalischen Materials mit mythologischen, theologischen und philosophischen Zusammenhängen rücken die Franzosen das Album in die Nähe der Sinfonischen Dichtung. Die musikalische Umsetzung dessen realisiert das psychedelische Orchester mit klar erkennbaren Metal-Einfluss auf ebenso konventionelle wie raffinierte Art und Weise. YONL nehmen sich Zeit für Entwicklung und Durchführung des musikalischen Materials, geben ihm Luft zu seiner Entfaltung. Auf einem kraftvollen Fundament von ruhelosem, aber klar definierendem Schlagzeugspiel weben drei Gitarren ein dichtes Netz aus Melodie, Fläche, Feedback und brutal kraftvollen Akkorden, in welches beizeiten zudem auch noch Synthie-Sounds eingeflochten werden. Die so in minutenlangen Spannungsbögen ausgeführte Klangschichtung erzeugt eine enorme Detaildichte, die nie überladen wirkt, sondern vollständig Sinn macht und gleichwohl die Aufmerksamkeit des Zuhörers fordert und fördert. In einer gelungenen Zusammenführung von Shoegaze, Doom, Sludge und Death Metal kreieren YONL auf „Ausserwelt“ eine subtile und vielschichtige Musik, die viel Licht und viel Düsterkeit passig zusammen bringt und damit das Abstraktum „Zwischenwelt“ adäquat darzustellen vermag.	</p>
<p><strong>Conspiracy/Music Fear Satan | CD: CORE089/2LP: MUF009 | Apr 2010</strong><br />
<a target="_blank" href="http://www.conspiracyrecords.com"  onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.conspiracyrecords.com?referer=');">www.conspiracyrecords.com</a> | <a target="_blank" href="http://yearofnolight.free.fr"  onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/yearofnolight.free.fr?referer=');">yearofnolight.free.fr</a></p>
<p><em><img src="http://klangverhaeltnisse.de/grfx/icon_creativecommons.png" class="cc"> Beitrag erschienen in <a target="_blank" href="http://www.ox-fanzine.de"  onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.ox-fanzine.de?referer=');">OX #90 (Juni/Juli 2010)</a>.</em></p>
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		<title>Keelhaul &#124; Keelhaul&#8217;s Triumphant Return To Obscurity</title>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 16:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>klngvrhltnss</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin zutiefst beeindruckt: Da kommt eine Band nach beinahe sechs Jahren klammheimlich aus der Versenkung hervor und liefert ein Album ab was nicht nur extrem frisch klingt, sondern auch noch locker der Großzahl des Math-/Noise-Rock-Kollegiums mindestens Neidesblässe ins Gesicht treibt. Was KEELHAUL auf „Triumphant Return To Obscurity“ veranstalten ist schlichtweg Atemberaubend! Die vier Herren [...]<a href="http://www.klangverhaeltnisse.de" target="_blank">www.klangverhaeltnisse.de</a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.klangverhaeltnisse.de/wordpress/wp-content/uploads/Keelhaul_TriumphantReturnToObscurity.jpg" alt="Keelhaul_TriumphantReturnToObscurity" title="Keelhaul_TriumphantReturnToObscurity" width="290" height="290" align="left" /> Ich bin zutiefst beeindruckt: Da kommt eine Band nach beinahe sechs Jahren klammheimlich aus der Versenkung hervor und liefert ein Album ab was nicht nur extrem frisch klingt, sondern auch noch locker der Großzahl des Math-/Noise-Rock-Kollegiums mindestens Neidesblässe ins Gesicht treibt. Was KEELHAUL auf „Triumphant Return To Obscurity“ veranstalten ist schlichtweg Atemberaubend! Die vier Herren aus Cleveland, Ohio scheren sich einen Dreck um Hörgewohnheiten. Math, Noise, Metal und Hardcore heißen die vier, den vertrackten, fummeligen Schräg-Kompositionen zugrunde liegenden Eckpfeiler; gespielt mit wunderbarer Leichtigkeit, technischer Finesse sowie routinierter Präzision und auf beinahe mysteriöse Art absolut funktionierend. KEELHAUL sind extrem druckvoll und heavy, ohne die Feinfühligkeit komplett an der Studiotür abgegeben zu haben, verspielt, ohne sich in angeberische, sinnfreie Fummelei zu verlieren, und komplex, ohne „Unhörbarkeit“ zu generieren. „Triumphant Return To Obscurity“ klingt in etwa so, als hätten KNUT versucht die musikalischen Ansätze von BOTCH, BATTLES und LIGHTNING BOLT zu fusionieren. Ganz starkes Album! (<a target="_blank" href="http://www.ox-fanzine.de"  onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.ox-fanzine.de?referer=');">OX#89</a>)</p>
<p><b>Hydra Head / CD|2LP: HH666-185 / 2009</b><br />
<a href="http://www.hydrahead.com"  target="_blank" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.hydrahead.com?referer=');">www.hydrahead.com</a> | <a href="http://www.keelhaul.info/"  target="_blank" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.keelhaul.info/?referer=');">www.keelhaul.info/</a></p>
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		<title>Textverhältnisse</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 12:10:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>klngvrhltnss</dc:creator>
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		<category><![CDATA[popkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Streifzug durch die deutschsprachige Musik-Webzine- und Blog-Sphäre offenbart eine unangenehm defizitäre Auseinandersetzung mit Klang und den kulturellen Zusammenhänge, in die er eingebunden ist. Jeder soll und darf dank Web 2.0 zu jedem beliebigen Thema eine Meinung haben und wähnt sich dank leichter Zugänglichkeit zu detaillierten Informationen auch befähigt dazu. Das Schreiben über Musik ist [...]<a href="http://www.klangverhaeltnisse.de" target="_blank">www.klangverhaeltnisse.de</a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.klangverhaeltnisse.de/wordpress/wp-content/uploads/vielzuvielharmlosemusik.jpg" alt="vielzuvielharmlosemusik" title="vielzuvielharmlosemusik" width="570" height="225" class="alignnone size-full wp-image-5800" /></p>
<p>Ein Streifzug durch die deutschsprachige Musik-Webzine- und Blog-Sphäre offenbart eine unangenehm defizitäre Auseinandersetzung mit Klang und den kulturellen Zusammenhänge, in die er eingebunden ist. Jeder soll und darf dank Web 2.0 zu jedem beliebigen Thema eine Meinung haben und wähnt sich dank leichter Zugänglichkeit zu detaillierten Informationen auch befähigt dazu. Das Schreiben über Musik ist zu einer kulturellen Praxis der Ausstattung des Ichs mit bestimmten kulturellen Stilmerkmalen, zu einer bloßen Aufzählung und Ausstellung, zu einer „Performance des eigenen Geschmacks“ (M.Terkessides, <a target="_blank" href="http://www.freitag.de/positionen/0915-lauter-kleine-minikrisen-popkritik"  onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.freitag.de/positionen/0915-lauter-kleine-minikrisen-popkritik?referer=');">vgl.</a>) verkommen, ohne, dass dabei auch nur ansatzweise erkennbar wird, warum die Meinung diese Ichs überhaupt irgendeine weitreichendere Relevanz haben soll. </p>
<p>Nun möchte ich mich nicht hinstellen und das per se verteufeln; diese Selbstbefähigung hat ja durchaus etwas sehr unhierarchisches, freiheitliches und damit – wenigstens oberflächlich betrachtet – etwas „Gutes“. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch schnell ein absonderlicher Konformismus offenbar, der mich nervt und jeden, der kein Brett vor dem Kopf hat, mindestens zur Weißglut treiben sollte. Es ist nicht in Frage gestellter Usus, voneinander abzuschreiben, Zitate zu zitieren: Auf die selbe Art wie etwa Christina Aguilera Britney Spears zitiert, die ihrerseits wieder nur ein Zitat von Madonna ist, wiederkäuen eine Vielzahl von Blogs den Müll, den diverse Webzines bei den Corporate-Rock-Magazinen abschreiben oder direkt von den Klanghändlern zugeschachert bekommen. Der unkundige Klatsch wird Anno 2010 nicht mehr (nur) wie einst am Stammtisch oder im Häkelkurs, sondern weltweit weiter getratscht. Er ist also lauter und weitreichender geworden, aber mitnichten kenntnisreicher. Auf diese Weise sorgen die Aktanten gemeinsam für die Vereinheitlichung von Meldungen, stützen ergo die von an Vermassung interessierten Kulturindustrieellen versuchte Beeinflussung hinsichtlich der Empfindung der Wichtigkeit von Themen. Daraus ergibt sich eine informationstechnische Schräglage, die zumeist nicht als solche (an)erkannt wird. Verlegene, halbherzige Begründungsversuche zielen immer in Richtung (zweifelhafter) Qualität oder Geschmack, ohne auch nur einen ansatzweisen Versuch erkennen zu lassen, diese zu erklären. Diese stützen sich am Kanon, den sie damit weiter verfestigen und ergo lediglich Ausdruck der Diktatur des und der Angepassten sind. </p>
<p>Eine Frage, die sich da aufdrängt, ist die nach dem Warum? Woher rührt bei Leuten, die zudem oftmals sich und ihren Lebensentwurf als „indie&#8221; &#8211; also vermeintlich „unabhängig“ &#8211; feiern, ein so unabringbares Interesse an kulturellem Gleichschritt und konformistischen Einheitsbrei? Web 2.0 böte den Leuten schier unglaubliche Möglichkeiten, <span id="more-3051"></span>sich gedanklich und musikalisch frei zu bewegen; diese machen es sich jedoch gern in ihrem Kopfghetto (freiwillig!) bequem. Besorgnis erregend ist in dieser Hinsicht vor Allem auch die erschreckende Tatsache, dass grundlegende journalistische Prinzipien – das kritische Hinterfragen, die Generierung von Neuigkeiten – auf diesem Wege ausgehebelt werden und pseudo-journalistische, als „wahr“ und „richtig“ rezipierte Beiträge zur Vermassung geleistet werden. Die Freiheit der Auswahl, wird limitiert auf die Freiheit zu wählen, auf welchen bunt angemalten Zug man springt.</p>
<p>Es ist also kaum verwunderlich, dass (wie derzeit allerorten immer wieder zu beobachten) führende Vertreter der Printmedien schrill polemisieren, dass das ja eh zum größten Teil größter Quatsch sei, was da im Internet passiere, nicht müde werdend, die Vorzüge von „echtem Journalismus“ zu betonen. Dass eine ernsthafte Kritik, v.A. auch im Musikjournalismus, dank „Advertorial“-Praxis der Verlage sowie fehlendem Wissen bzw. der Bereitschaft zu gründlicher Recherche, selten statt findet, wird dabei dezent ausgeblendet. Auch ist es mehr als offensichtlich, dass diese lautstarken Wortmeldungen nicht bedingungsloser Ausdruck einer überzeugten Haltung, sondern auch Äußerungen von Bissigkeit aufgrund narzisstische Kränkung sind. Die vermeintlichen Vorteile des Internets sorgen in den Reihen der schwerfälligen Print-Publikationen für Unruhe. Die Furcht vor Unaktualität, die Panik Trends zu verpassen und nicht zuletzt der verletzte Stolz, durch ein weltweites Amateur-Nachrichtennetz als professioneller Journalist „entwertet“ und quasi-entbehrlich geworden zu sein, generieren aufgeregt zappelnde Versuche „dran“ zu bleiben. Um dies zu realisieren werden schon mal gern die Logiken der Netzkultur adaptiert und die eigenen, vermeintlichen Vorzüge über Bord geworfen. So versucht man etwa im Hause Spex seit Anfang des Jahres mit einer aufoktroyierten Vielstimmigkeit namens „Pop-Briefing“ (jeweils mehrere Redakteure diskutierend eine Platte) den vermeintlichen Vorteilen der Web-Publikationen zu begegnen – mit dem einer gewissen Ironie nicht entbehrendem Ergebnis, dass die Rezensionen des Leitmediums fortan genau das sind, was das Internet auch zu offerieren vermag: ein vielstimmiges „Jeder-gibt-seinen-Senf-dazu“. Auf der Suche nach Qualitäten, die durchschnittliche Musikblogs nicht bieten können, verhaspelt sich die Spex also in der Heimat derselben: in den Weiten der Positionslosigkeit. Nicht ganz zu Unrecht behauptet Terkessides zusammenfassend, es gäbe „wohl keinen kulturellen Bereich, in dem die Kritik so auf den Hund gekommen ist wie in der Popmusik.“</p>
<p>Da also eine blass plappernde Berichterstattung offensichtlich kein exklusives Phänomen der Internets ist – wie uns etwa die Visons- und Spex-Chefredakteure Max Dax und Dennis Plauk frech weiß machen wollen (<a target="_blank" href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/das-popjournalistische-quartett/"  onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/das-popjournalistische-quartett/?referer=');">vgl.</a>) -, kann die unsägliche „Print vs. Web“ Diskussion (die stark an die ähnlich unklare und peinliche E-/U-Musik-Debatte erinnert), zugunsten einer ertragreicheren Inhaltsfokussierung aufgegeben werden. Unabhängig vom Publikationsort muss das Schreiben über Musik mit einer ausführlichen und vor allem kritischen Beschäftigung mit dem Gegenstand erfolgen, um so einer Oberflächlichkeit mit Diskurs, Tiefe und Kontextualisierung zu begegnen. Dies erscheint allein schon deshalb geboten, weil Popmusik eben nicht allein ein Produktionsergebnis (Sounds oder Stil oder Aussehen oder Performance, etc.) ist, sondern vielmehr ein Feld von Ausdrucksformen (Sound+Stil+Aussehen+Performance, etc.), dass es adäquat zu erfassen gilt. Im Sinne einer “qualifizierte Langsamkeit” fordert auch Pop-Theoretiker Diedrich Diedrichsen, statt der allgegenwärtigen Lobhudelei von Lieblingsmusiken der Autoren, eine “schroffe Ablehnung des ganzen Scheiß” lesbar zu machen, sowie mittels Intensität und Gehalt einen Relevanzvorsprung gegenüber dem massenhaft vertretenen Egalem zu erarbeiten. Ein solches Mehr an Tiefgang – dann auch egal ob vom „Blogger“ oder vom „Journalist“ erarbeitet &#8211; könnten sowohl Print, als auch Web gut vertragen.</p>
<p><em><img src="http://klangverhaeltnisse.de/grfx/icon_creativecommons.png" class="cc"> Beitrag erschienen in <a target="_blank" href="http://www.ox-fanzine.de"  onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.ox-fanzine.de?referer=');">OX #89 (April/Mai2010)</a>.</em></p>
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		<title>Buried Inside – Nachdenklich, stimmungsvoll, gewaltig.</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 10:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>klngvrhltnss</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die fünfköpfige Formation BURIED INSIDE kommt aus Ottawa, Kanada und verschmilzt seit mehr als 10 Jahren auf beeindruckend stimmige Weise Elemente von Sludge, Doom, Crust, Metal und Hardcore. Im März 2009 erschien das vierte Album „Spoils Of Failure“, welches erneut musikalisch und inhaltlich deutlich mehr ist, als ein paar hingeworfene Klangfetzen. BURIED INSIDE regen den [...]<a href="http://www.klangverhaeltnisse.de" target="_blank">www.klangverhaeltnisse.de</a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.klangverhaeltnisse.de/wordpress/wp-content/uploads/buriedinsidepic.jpg" alt="Buried Inside" title="Buried Inside" width="300" height="432" align="left" /> <strong>Die fünfköpfige Formation BURIED INSIDE kommt aus Ottawa, Kanada und verschmilzt seit mehr als 10 Jahren auf beeindruckend stimmige Weise Elemente von Sludge, Doom, Crust, Metal und Hardcore. Im März 2009 erschien das vierte Album „Spoils Of Failure“, welches erneut musikalisch und inhaltlich deutlich mehr ist, als ein paar hingeworfene Klangfetzen. BURIED INSIDE regen den Intellekt an, ohne mit gemimter Intellek&shy;tualität zu nerven. Aufgeräumt und reflektierend zeigt sich Gitarrist Andrew Tweedy im Interview.</strong></p>
<p><strong>Ihr wart jüngst mit eurem neuen Album in der Tasche in Europa unterwegs. Wie war die Tour und die Reaktionen auf die Platte?</strong><br />
Die Tour war, wie auch schon beim vorherigen Mal in Europa, absolut großartig. Ich glaube ihr könnt euch viel mehr für kleinere Bands wie unsere begeistern. Das Album ist auch sehr gut angekommen. Viele Leute fragen bei Konzerten zwar immer auch nach Songs von „Chronoclast“, was glaube ich nur natürlich ist, aber die meisten haben ehrliches Gefallen an dem neue Material bekundet. Ich denke viele Leute anerkennen es einfach, dass wir uns in eine etwas andere Richtung bewegt haben und respektieren dies. </p>
<p><strong>Seit der Veröffentlichung von „Chronoclast“ sind 4 Jahre vergangen. Warum hat es mit einer neuen Platte so lange gedauert?</strong><br />
Wir sind lange mit „Chronoclast“ getourt. Da wir während der Touren nie an neuem Material arbeiten, haben wir erst Mitte 2006 angefangen neue Ideen zusammen zu tragen. Wir nehmen uns auch immer viel Zeit für das Songwriting. Wir erarbeiten Neues von Grund auf als Kollektiv. Wir jammen viel, probieren unterschiedliche Arrangements aus. Viele Parts liegen auch immer wieder eine ganze Weile brach, bevor bevor wir daran weiter arbeiten. Wir setzen Stück für Stück die Teile zu dem zusammen, was dann auf den Alben zu hören ist. Wir arbeiten mit viel Bedacht &#8211; In jeder Hinsicht!</p>
<p><strong>Was ist die „Spoils Of Failure“ zu Grunde liegende Idee?</strong><br />
Die meisten Gedanken auf der Platte drehen sich um die verlogenen Versprechen von Informationstechnologien im Allgemeinen. Bestimmte Leute haben einfach ein Interesse daran, dass nicht alle Menschen mit bestimmten Diensten, Zugängen und Sicherheiten ausgestattet sind. Zudem wird die Grenze zwischen Fahrlässigkeit und <span id="more-1374"></span>Verantwortungsbewusstsein ständig schmaler. Das Album ist eine Verbeugung vor Werten wie Beständigkeit und Verantwortlichkeit.</p>
<p><strong>Wo genau würdest du das Versagen der Informationstechnologien verorten?</strong><br />
Ich glaube das größte Missverständnis des Informationszeitalters ist die weit verbreitete Wahrnehmung, es gebe einen „freien Zugang für alle“. Richtiger wäre wohl aber: „freier Zugang für die, die sich einen Computer und einen Internetzugang leisten können“. Natürlich gibt es bei uns solche Orte wie Bibliotheken, wo Leute diese Dinge auch so nutzen können. Aber global gesehen gibt es eine Menge Leute da draußen, die einfach im Dunkeln gelassen werden. Es ist ein Luxus für die, die es sich leisten können.</p>
<p><strong>Es scheint, als würdet ihr euch sehr mit den Dingen um euch herum auseinander setzen. Wie wichtig ist es zu hinterfragen und Einwände vorzubringen? Denkst du, dass Ignoranz manchmal ein Segen sein könnte?</strong><br />
Es ist absolut wichtig die Dinge nicht einfach so hin zu nehmen! Genau das ist doch der Kern von Punk, oder? Zumindest war das mal so. Ich glaube nicht, dass Ignoranz in irgendeiner Weise ein Segen sein könnte. Es wird immer Menschen geben, die nur darauf warten diejenigen auszunehmen, die sie nicht in Frage stellen. Das passiert doch ständig:  von millionenschweren Wirtschaftskriminellen bis hin zu Kinder missbrauchenden Priestern. Das sind Menschen in Positionen der  Autorität und des Vertrauens, die bis heute niemals wirklich in Frage gestellt wurden.</p>
<p><strong>Wer kümmert sich um die visuellen Belange der Band und wie korrespondiert diese mit der inhaltlichen Ebene? </strong><br />
Um das Artwork kümmert sich unser ursprünglicher Gitarrist Matias, der auf allen außer dem aktuellen Album zu hören ist. Er hat die Band verlassen, um sich auf seine Design-Karriere zu konzentrieren. Für die jüngste Tour ist er aber nochmal aushilfsweise eingesprungen. Er kennt sich also bestens mit der Band aus und setzt sich immer detailliert mit den Inhalten der Alben auseinander, bevor er sich an die Arbeit macht, diese visuell umzusetzen. </p>
<p><strong>Ihr habt darauf verzichtet den Songs auf „Spoils“ Namen zu geben und sie stattdessen mit Römischen Ziffern versehen. Warum?</strong><br />
Wir wollten einfach die Texte für sich stehen lassen und nicht jedem Track irgendwelche bedeutungslose Namen zuordnen. Bei der letzten Scheibe erfüllten die Songnamen eine bestimmte Funktion, und dies war einfach dieses Mal nicht der Fall. In vielen Büchern sind die Kapitel ja auch nicht extra betitelt, sondern einfach nummeriert. Dieser Ansatz schien uns für dieses Release irgendwie Sinn zu machen. </p>
<p><strong>Ich empfinde die neuen Songs als weniger vertrackt, weniger wuchtig und vielleicht sogar weniger einfallsreich, dafür aber sicherlich etwas konsistenter. War das so beabsichtigt? Siehst du das Album als eine Art Neuanfang an? </strong><br />
Ich sehe definitiv weder das neue noch eines der vorangegangenen Alben als irgendeine Art von Neuanfang an. Für mich ist jeder Platte der nächste logische Schritt. Wir versuchen immer uns selbst herauszufordern und neue Sachen auszuprobieren. Das gilt auch für dieses Album. An der Oberfläche mögen diese Songs vielleicht nicht so vertrackt und etwas einfallslos wirken, aber sie beherbergen viel mehr Subtilität als frühere Stücke. Es gibt so viele Details in diesen Arrangements. Das ist natürlich etwas, was dich nicht sofort anspringt. Diese Platte fordert Aufmerksamkeit. Ich mag solche Platten, auf denen man 2 Jahre nachdem man sie zum ersten Mal gehört hat etwas neues entdeckt &#8211; und plötzlich macht das Ganze Ding erstmal richtig Sinn. </p>
<p><strong>„Suspect Symmetry“ erschien 2001 beim deutschen DIY-Label React With Protest, heute veröffentlicht ihr beim Genre-Riesen Relapse. Wie viel Platz gibt es für Hardcore im Musikbusiness?</strong><br />
Für uns ist das Musikbusiness nichts mit dem wir uns ernstlich beschäftigen müssten. Klar, wir sind bei einem relativ großem Label, aber unsere Band läuft nicht Gefahr über alle Maßen bekannt zu werden, nicht mal in der Punk- und Metal-Subkultur. Deshalb zerbrechen wir uns nicht den Kopf darüber, wo wir mit der Musik hin passen könnten. Wir machen einfach unser Ding und hoffen, dass die die es mögen es auch weiterhin mögen werden.</p>
<p><strong>BURIED INSIDE existiert schon seit mehr als zehn Jahren. Wie fühlt es sich an noch immer da zu sein, während ringsum sich alles wandelt und vergeht, diverse Wegbegleiter kommen und gehen? Was treibt euch an immer weiter zu machen?</strong><br />
Wir haben einfach Spaß und glauben an das was wir tun! Wir sind stolz auf die Sachen, die wir als Band erreicht und erlebt haben. Ich meine wir haben z.B. gerade zwei Shows in Russland gespielt. Das ist doch Wahnsinn!</p>
<p><strong>Inwiefern habt ihr euch in den letzten Jahren musikalisch und persönlich weiter entwickelt?  </strong><br />
Nun, wir sind alle ein bisschen älter geworden und haben mehr Verantwortung im Alltag außerhalb der Band, was aber auf den musikalischen Ausdruck keinen Einfluss hat. Die musikalischen Fähigkeiten entwickeln und verbessern sich hoffentlich immer weiter, aber die tragenden Elemente der Band waren immer und sind nach wie vor unsere Ideen und Emotionen.</p>
<p><strong>Wie sehr seit ihr auf die Band fokussiert? Ich meine, eine Band auf diesem Niveau zu führen bedeutet ja Kompromisse und Entbehrungen.</strong><br />
Wir haben alle einen Job und ein Leben abseits der Band. Wir schaffen es einfach eine Balance zwischen diesen und den Bandaktivitäten zu bewahren. Wie du schon sagtest sind wir jetzt seit mehr als zehn Jahren dabei, fast dreizehn; wir sind es einfach so gewohnt. Wir lieben es und betreiben es leidenschaftlich, weshalb es uns nicht schwer fällt, uns Zeit dafür zu nehmen. Es ist einfach ein Teil unseres Lebens. </p>
<p><strong>Ihr seid aus einer Gegend in Kanada, die hinsichtlich düsterer, brutaler Musik eine gewisse Geschichte hat. Welchen Einfluss hatte und hat es noch auf euch und die Musik die ihr macht?</strong><br />
Manche Bands aus der Region beeindruckten uns natürlich und hatten einen riesigen Einfluss auf uns als wir anfingen. URANUS und SHOTMAKER sind aus unserer Stadt und Bands wie ONE EYED GOD PROPHECY, DRIFT und IRE kamen von nebenan. Die Intensität dieser Bands, vor Allem auf der Bühne, hat uns definitiv angeregt und ermutigt. Ich erinnere mich noch genau an mein erstes SHOTMAKER-Konzert: etwas vergleichbares hatte ich vorher noch nicht gesehen. Wir haben viele dieser tollen Konzerte miterlebt, die immer wieder die Messlatte für die Qualität von Live-Auftritten höher legten. Ich denke, dass trotz dem wir älter wurden und uns mit anderen Stilen und Ansätzen auseinander setzten, unser Sound und unsere Shows stets diese frühen Einflüsse und Inspirationen widerspiegelten. </p>
<p><strong>Gibt es derzeit irgendwelche spannenden neuen Bands aus der Gegend?</strong><br />
Absolut, es gibt eine Menge tolle Bands in Kanada. Im Sommer waren wir z.B. mit KEN MODE aus Winnipeg auf Tour. Eine der besten Bands derzeit! Sie arbeiten derzeit an einem Album. Und unser ehemaliger Gitarrist spielt in Montreal noch in einer großartigen Melodic-HC-Band namens BARRIER. Diese beiden Bands solltet ihr unbedingt antesten!</p>
<p><strong>Was steht als nächstes für BURIED INSIDE an?</strong><br />
Wir wollen jetzt erstmal kurz Luft holen und uns dann hinsetzen und an neuem Material arbeiten, damit es nicht wieder vier Jahre bis zur nächsten Veröffentlichung dauert.</p>
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		<title>The Use Of Ashes &#124; White Nights, Glowing Lights</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 2010 15:23:38 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.klangverhaeltnisse.de/wordpress/wp-content/uploads/theuseofaahes_wngl.jpg" alt="theuseofaahes_wngl" title="theuseofaahes_wngl" width="275" height="275" align="left" /> „White Nights, Glowing Lights“ ist eine Scheibe, die mal düster, mal tolpatschig, mal verträumt, mal psychedelisch daher kommt, in dieser Vielfältigkeit und scheinbaren Zerissenheit aber wunderbar stimmig klingt. THE USE OF ASHES umwickeln auf ihrem siebten Studialbum das immer währende Akustikgitarren-Gerüst behutsam und gekonnt mit allerlei Instrumentarium, wie Sitar, Tabla und Bouzouki, Mellotron, so dass sich eine leicht schräge Fragilität ergibt, die das Ganze etwas surreal und leicht exzentrisch wirken lassen. Fast programmatisch thront eine irgendwie hoffnungsvolle Traurigkeit über dem Lo-Fi-Psychperiment der niederländischen Formation. Eine fruchtbare Zusammenbringung von neofolkiger Herangehensweise, düsterer, klaustrophobischer Grundstimmung und einem Hang zur cineastischen Inszenierung. Erinnert dabei dezent an Musiken von BODUF SONGS, MOTHLITE und vor allem THE OWL SERVICE. Das Album versprüht also eine Menge britischen Flair und überzeugt damit auf der ganzen Linie. <a href="http://www.creative-eclipse.com/file/reviews_0110.htm"  target="_blank" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.creative-eclipse.com/file/reviews_0110.htm?referer=');">(CE/I.2010)</a></p>
<p><b>Tonefloat / CD|LP: TF072 / Vö: Aug 2009</b><br />
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		<title>Sunn O))) &#124; Berlin, Berghain, 23.10.2009</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Dec 2009 23:34:44 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[dark ambient]]></category>
		<category><![CDATA[drone]]></category>
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		<category><![CDATA[Greg Anderson]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.klangverhaeltnisse.de/wordpress/wp-content/uploads/sunn_berghain.jpg" alt="sunn_berghain" title="sunn_berghain" width="350" height="215" class="alignleft size-full wp-image-3892" /> Noch lange bevor die Krachsinfoniker Stephen O’Malley und Greg Anderson gemeinsam mit ihren Live-Mitstreitern die Bühne des zum Kultobjekt gestylten, endzeitig anmutenden Berghain besteigen, startet eine bedrohlich blubbernde Monotondarbietung mönchsartiger Rezitative. Somit wird von vornherein klar, was sowieso allen Anwesenden klar gewesen sein dürfte: Easy Listening gibt es an diesem Abend nicht! Die deshalb etwas überraschende Erkenntnis: die Zuhörerschaft bildet ein angenehm gemischtes Publikum! Ein <a href="http://www.southernlord.com/band_SUN.php"  target="blank" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.southernlord.com/band_SUN.php?referer=');">SUNNO)))</a>-Konzert ist längst keine Freak-Show mehr; jüngste Features in Feuilleton und Breitenmusikblatt haben ihre Spuren hinterlassen. Nach einer halben Stunde, kurz bevor das mantraartige Gemurmel einem final die Nerven raubt, knallt aus dem Dunkel ein infernalisches Feedback. Diese erste Wellenfront läutet &#8211; über die atemberaubende Function-One-PA des Techno-Tempels wie zeitgleiche Tritte in Rücken und Magengrube wirkend &#8211; die Bühnenversion von „Monoliths &#038; Dimensions“ ein. Derbstes Brummen, Sirren und Beben macht sich im Raum breit. Einige entgeistert überstandene Minuten später erscheint wie aus dem Nichts eine Stimme, dazu aus beharrlich wabernden Nebelsäulen zäh gestikulierende Hände. In gebrochenem Englisch und mannigfaltigen Gesangstechniken malt der kunstgrunzende Ungar Attila Csihar im Folgenden fortwährend düsteren Bilder in die bange Dunkelheit. O’Malley und Anderson zelebrieren in Kutten gegleidet jede Saitenberührung priesterlich. Die Resonanzfrequenzen der Knochen lassen mit jedem Akkord andere Körperregionen erbeben; es vibriert und knackt und summt im ganzen Leib. Es dauert eine ganze Weile, bis sich die intensitätsbedingte Konsterniertheit einer sonderbaren Glückseligkeit weicht. Das Ganze ist nicht mehr akustische, es ist eine körperliche Erfahrung! Außerdem ist es eine perfekte Düster-Inszenierung: viel Nebel und Lichteffekte, Geste und Pose, Mystifizierung und Faszination. Mit all den Noise- und Gruselklischees ist das Ganze aber auch ein wenig kitschig. Dennoch ist die Darbietung fieser, als das meiste Andere je sein könnte, weil hier von typischen Parametern von Musik abgerückt wird, was Haltlosigkeit und Verwirrung begünstigt und somit radikal das praktiziert, was in anderen radikal erscheinenden Musiken nur über Implikationen vorgetäuscht wird. Doch auch bei SUNNO))) dienen diese Dekonstruktionen einfach dem uralten Prinzip der Popkultur: es gilt dem Zuhörer ein unvergessliches Spektakel zu bereiten. In diesem Sinne nehmen die Meister von Drone und Doom die Popkultur mit deren ureigensten Mitteln auseinander, und hinterlassen zumindest ein gepflügtes Feld für einen Neuansatz. Alles vorhergehende muss da im Vergleich zwangsläufig wie ein Trivialitätenkabinett erscheinen. Nach 90 Minuten macht sich dann deutlicher als bei jedem anderen vorher erlebtem Konzert die direkt erfahrene Schallintensität bemerkbar: Man fühlt sich als hätte man just einen Triathlon absolviert und auch noch Tage später befinden sich die Knochen in der Ausschwingphase. Das Versprechen Schallwellen physisch wahrnehmbar zu machen wurde intensiv eingelöst.</p>
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